WiWo App 1 Monat für nur 0,99 €
Anzeigen

Finanzkrise 2.0? Bedrohung durch Banken

Seite 3/3

Andererseits gab der Bankenverband IIF auch wieder Entwarnung, was den Kapitalbedarf der Banken angeht. Durch die Verschiebung der erhöhten Eigenkapitalregeln (Basel III) durch die Aufsichtsbehörden auf das Jahr 2018 müssten die Banken bis 2015 nur 15 Prozent des bislang erwarteten Kapital durch die Ausgabe langfristiger Anleihen finanzieren.

Auch Jon Peace von der Großbank Nomura International hat die potenziellen Kapitallücken für europäische Banken berechnet – unter verschiedenen Szenarien. Im günstigsten Fall benötigen die Banken demnach nur, was den Mindestanforderungen von Basel III entspricht. Im Falle einer moderaten Rezession ohne Abschreibungen der Banken auf Staatsanleihen schätzt Peace den Kapitalbedarf der Geldhäuser auf 285 Milliarden Euro. Sollten die Kurse der Staatsanleihen aus Europas Peripherie nur um zehn Prozentpunkte nachgeben, würde sich der Kapitalbedarf um 60 Milliarden erhöhen.

Optimistische Einschätzung

Für den schlimmsten Fall einer Staatspleite, schätzt der Nomura-Analyst ein Anschwellen der Kapitallücke auf 675 Milliarden Euro. Das entspräche zwei Dritteln des Kernkapitals der Banken. Aber dennoch bleibt Peace bei einer optimistischen Einschätzung für die europäische Bankenbranche.

Der Druck auf die Banken kommt aber auch ohne zutun der Politiker: Die Rating-Agentur Standard & Poor’s bescheinigte der Hälfte der fünfzig größten Banken Europas einen negativen Ausblick für ihr Langfrist-Rating. Für einen funktionierenden Interbankenmarkt ist das Gift. Die Bonitätsprüfer rechnen damit, dass viele Geldinstitute ihre „riskanten Vermögenswerte“ deutlich reduzieren werden, um den Anforderungen von Bankenaufsicht und Gläubigern zu entsprechen.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%