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Finanzkrise Auch die UBS ist jetzt in Staatshänden

Die Festungen des Kapitalismus wanken allerorten. Jetzt ist auch die Schweizer Großbank UBS unter die schützenden Fittiche der eidgenössischen Regierung geflüchtet. Den beiden amerikanischen Großbanken Citigroup und Merrill Lynch geht es kaum besser. Sie teilten heute weitere Milliardenverluste mit.

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Die UBS ist heute unter den Quelle: REUTERS

Ein Mythos wankt. Die Schweizer Regierung hat heute die einst so stolze Schweizer Großbank UBS gerettet.  Die Bank war - bis sie sich am amerikanischen Hypothekenmarkt verspekulierte - das Symbol für eine bombensichere und überdies ertragsstarke Schweizer Bank. Die Reichen und Superreichen dieser Welt wähnten ihr Geld sicher aufgehoben und durch erfahrene Spezialisten renditeträchtig gemehrt.

UBS ist der größte Vermögensverwalter der Welt. Im Wealth Management verwaltete sie zum Ende des dritten Quartals immer noch 1932 Milliarden Franken (1256 Milliarden Euro) und erzielte in diesem Geschäft einen Gewinn vor Steuern von 1,86 Milliarden Franken.

Aber die Bank wusste seit dem vergangenen Sonntag nicht mehr weiter. Kunden selbst in der Schweiz zogen ihr Geld ab und UBS musste den Staat und die Schweizerische Nationalbank (SNB) um Hilfe angehen. Noch einmal einen Staatsfonds zu finden, der wie Singapur frische Milliarden eingeschossen hätte, war offenbar nicht mehr möglich. Staat und SNB springen mit Zuschüssen und Garantien von rund 67 Milliarden Franken ein. Dafür übernimmt der Staat neun Prozent Anteile an der UBS.

Mehr Staatshilfe als in den USA

Gemessen an der Größe des Landes ist das mehr als die 700 Milliarden Dollar, die der amerikanische Staat für seinen Bankensektor aufwerfen will. Die Bedeutung - und im Schadenfall die Bedrohung - der beiden Großbanken UBS und Credit Suisse für die Volkswirtschaft der Schweiz ist riesig.

Besser sieht es für das zweite große Schweizer Institut aus. Credit Suisse braucht keine Staatshilfe. Die Bank hatte sich frühzeitig aus dem US-Hypothekenmarkt verabschiedet, hat aber Milliarden in Krediten zur Finanzierung von Firmenübernahmen stecken. Auf jeden Fall konnte sich Credit Suisse nun parallel zur Staatshilfe für die UBS aus eigener Kraft zehn Milliarden Franken verschaffen. Ein großer Geldgeber ist der Staatsfonds von Katar.

Zu Beginn der Krise hatte sich UBS beim Staatsfonds von Singapur frisches Kapital beschafft. Credit Suisse ist es so gelungen - darauf deutete auch die Reaktion der Börse hin -, nicht in einen von der UBS verursachten Strudel gezogen zu werden. Ein Trost für die Schweizer Öffentlichkeit und für alle, die sich Sorgen um die Konjunktur und die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze machen, mag sein, dass alle anderen Banken in der Schweiz als sicher gelten können.

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