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Finanzkrise Banken: Viel Schatten, wenig Licht

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EU: Kreditklemme trotz staatlicher Hilfen

Lichtblick Barclays Bank: Der Quelle: AP

Die Kern-kapital-quote der Barclays Bank soll bei etwa 9,5 Prozent liegen. Insgesamt habe die Bank einen guten Start in das Jahr 2009 gehabt, erklärte die Bank heute. Besonders das Investmentbanking profitiere von der abgeschlossenen Integration großer Teile der zusammengebrochen US-Bank Lehman Brothers. Barclays sieht anders als viele Konkurrenten keinerlei Bedarf für zusätzliches Kapital - weder vom Staat noch von privaten Investoren. Die Aktien waren in den vergangenen beiden Wochen wegen Befürchtungen über eine zu dünne Kapitaldecke mehr als zwei Drittel an Wert verloren. Heute zogen sie nach den vorläufigen Zahlen um mehr als 50 Prozent an.

EU warnt vor einem Scheitern der Banken-Rettungspakete

Trotz aller staatlichen Rettungsbemühungen hat sich die Kreditklemme seit Oktober offenbar weiter verschärft. Die „Financial Times Deutschland“ berichtete unter Berufung auf eine Analyse des tschechischen EU-Ratsvorsitzes, Geld sei für Firmen gar nicht oder aber nur zu abnorm hohen Preisen zu bekommen. Die EU warne vor einem Scheitern der Banken-Rettungspakete in vielen europäischen Ländern und fordere die Regierungen auf, mehr Druck auf die Banken auszuüben, damit die staatlichen Hilfspakete auch tatsächlich an die Wirtschaft weitergegeben werden. EU-Wirtschaftskommissar Joaquín Almunia sei der Meinung, dem Steuerzahler seien die Rettungspakete nicht zu vermitteln, wenn Banken der Wirtschaft die Kredite verweigerten. Almunia bezeichne die Probleme bei der Exportfinanzierung als besonders besorgniserregend, da sie den internationalen Handel ausbremsten. Die Bankenrettungsschirme und auch staatliche Konjunkturprogramme seien zum Scheitern verurteilt, wenn die Kreditvergabe nicht wieder in Gang komme. Bundesbank zeigt Optimismus.

Bundesbankpräsident Weber hofft auf Erholung in 2009

Auch Bundesbankpräsident Axel Weber ist nach wie vor besorgt. Der „Bild“-Zeitung sagte der oberste deutsche Banker, es sei noch nicht gelungen, die Krise an den Finanzmärkten einzudämmen. „Es gibt derzeit immer neue Verwerfungen, mehr betroffene Segmente und neue Verluste, die zu weiterem Abschreibungsbedarf führen.“ Deshalb sei das Eingreifen der Regierungen wichtig, um die Banken zu stabilisieren. „Banken sind lebenswichtig für unser Wirtschaftssystem, insbesondere für Investitionen und die Finanzierung des Handels“, sagte Weber der Zeitung weiter.

Gleichwohl betonte der Bundesbank-Chef auch, er wolle sich nicht am „Überbietungs-Wettbewerb für Horrorszenarien“ beteiligen. „Es gibt zwei Möglichkeiten: einen scharfen, aber relativ kurzen Einbruch oder einen Abschwung mit einer langen Erholungsphase.“ Deutschland habe als Land alle Fähigkeiten und Stärken, die Krise gut und schneller zu überwinden als viele glaubten. Die deutschen Unternehmen seien wettbewerbsfähiger geworden, international gut aufgestellt, und auch die gefallenen Wechselkurse würden der Exportnation Deutschland helfen. Weber betonte aber zugleich, der wirtschaftliche Abschwung insgesamt sei stärker und weltweit umfassender, „als wir das erwartet haben“.

Weber erwartet, dass die staatlichen Aktivitäten zur Stabilisierung der Banken und der Konjunktur das Wirtschaftswachstum 2009 kräftigen und die Folgen der globalen Finanzkrise abmildern werden. „Es braucht Zeit, bis alle Maßnahmen wirken. Ich rechne aber damit, dass die Wirtschaft schon im Herbst wieder leicht wachsen kann und sich die Konjunktur 2010 weiter erholt.“ Die Große Koalition habe richtig auf die Krise reagiert, sagte Weber.

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