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Finanzkrise Der Boni-Skandal bei AIG lenkt von den echten Problemen ab

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Liddy will Kollaps von AIG Financial Products verhindern

Logo des US-Versicherers AIG: Quelle: REUTERS

Entstanden sind diese Risiken laut Liddy vor allem dadurch, dass AIG Financial Products ein  Portfolio an Kreditausfallsderivaten (Credit Default Swaps) aufbaute.

In diesem Portfolio kam es schließlich zu "massiven Einforderungen von zusätzlichen Sicherheiten", die zu einer Liquiditätskrise führten. Einer der Profiteure dieser Rückzahlungen war im Übrigen die Deutsche Bank, die 11,8 Milliarden von AIG erhielt.

Der "finanzielle Nachteil" für die Steuerzahler ist "potenziell sehr groß und sehr real“. Genau deshalb wolle er dieses Geschäft liquidieren, schloss Liddy. Er wolle aber auf jeden Fall einen „unkontrollierten Kollaps“ dieser Geschäftseinheit verhindern. Denn das sei der einzige Weg, AIGs Fähigkeit zu verbessern, den US-Steuerzahlern das Geld „rasch und komplett“ zurückzuzahlen.

Ob das wirklich ohne weitere Finanzspritzen gelingt, wie Liddy erhofft, darf bezweifelt werden.

Die US-Regierung baut jedenfalls schon für weitere Geldspritzen in Milliardenhöhe vor. Vor einigen Wochen hat Barack Obama ja bereits angekündigt, dass er mit einem weiteren Rettungspaket für die US-Banken in Höhe von 750 Milliarden Dollar rechne. Ein Großteil davon könnte erneut auf das Konto von AIG wandern. Groß genug dafür ist das toxische Portfolio des Versicherers ja.

AIG fällt Auflösung des toxischen CDS-Portfolios schwer

Die Auflösung der CDS-Kontrakte ist offenbar alles andere als einfach: Wie etwa das Wall Street Journal berichtet, hat AIG bereits einige Top-Leute verloren.

Neben einigen Top-Managern der berüchtigten Finanztochter soll auch der Chef des Arg-Prüfungsausschusses seinen Rücktritt planen. Leute, die komplexe Derivate-Deals rückabwickeln können, gäbe es zwar am Markt.

Doch die verdienen längst Unsummen bei der Konkurrenz. "Warum in Gottes Namen sollte ein Vorstand bei einer dieser Firmen ausgerechnet zu AIG gehen? Was wäre sein Vorteil davon?“, sagte Jim Bianco, Chef von Bianco Research, zum Wall Street Journal.

Riesen-Gefahr für Europas Banken bei AIG-Pleite

Das könnte letztlich auch der Grund sein, warum die US-Regierung AIG mittelfristig die Unterstützung entzieht. Der Boni-Skandal macht es Obama schwer, weitere Milliardenspritzen für den maroden Versicherer durchzuboxen. Dann steht der Konzern bald vor dem Aus.

AIG-Chef Liddy hat bereits in mehreren Interviews angedeutet, dass er den Versicherer in seine Bestandteile zerlegen will.

Wenn er das tut, könnte dies auch bedeuten, dass AIG seine Tochter Financial Products abspaltet und dann pleite gehen lässt. Deutsche Versicherer haben dabei wenig zu befürchten – denn sie haben sich auf das Abenteuer Kreditderivate kaum eingelassen.

Doch für europäische und deutsche Banken käme dies – wie bereits von wiwo.de berichtet – einem Erdbeben gleich. Sie haben einen Großteil von AIGs CDS-Kontrakten mit höchster Bonitätsstufe gekauft. Diese sind mittlerweile längst nicht mehr sicher. Wenn AIG seine Finanzprodukte-Sparte zusperrt, dann müssen sich Europas Banken auf lebensbedrohliche Milliarden-Abschreibungen gefasst machen.

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