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Finanzkrise Sparkassenverband will Landesbanken neu ordnen

In aller Stille leiteten die Sparkassen eine Neuordnung der Landesbanken ein. Die 430 Institute einigten sich am Montag auf einen Masterplan, der nun den Politikern der Bundesländer als Teilhaber an den Geldhäusern vorgelegt werden soll. Auch wenn die Institute im Zuge der Finanzkrise taumeln – der Widerstand auf Seiten der Miteigentümer wird gewaltig sein.

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Die Sparkassen haben sich als Quelle: dpa

Größere Einheiten, kleinere Risiken – nach diesem Strickmuster wollen die Sparkassenverbände als Miteigentümer die von der Finanzkrise arg gebeutelten Landesbanken neu ordnen. Statt sieben eigenständige Institute zu unterhalten soll das Bundesgebiet in drei große Regionen aufgeteilt werden: Nord, Mitte und Süd. Dass es zu Widerstand aus dem Lage der Landesregierungen kommt, ist abzusehen. Nicht nur, dass den Landesfürsten durch die Zusammenfassung „ihre“ Landesbank verloren geht – in Nordrhein-Westfalen soll sogar die WestLB geteilt werden. Während das Mittelstandsgeschäft des Institutes mit BayernLB und LBBW verschmolzen werden soll, wird der Rest des Geldhauses der Hessischen Landesbank zugeschlagen.

Haasis: "Es ist mindestens fünf vor zwölf"

Ein überdeutliches „nein“ bekamen die Sparkassenverbände bereits aus dem hohen Norden Deutschlands: „Die NordLB hat keinerlei Veranlassung, auf Brautschau zu gehen oder über Fusionen nachzudenken“, zürnte Hartmut Möllring, Aufsichtsratschef der NordLB und Niedersächsischer Finanzminister nach bekanntwerden der Pläne. Heinrich Haasis, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes, warnte vor Tatenlosigkeit. Er wolle die Neuordnung „im Einvernehmen mit den Ländern“ erreichen. „Dies wird zweifellos Arbeitsplätze kosten“, bekannte Haasis, „Nur wenn man zu spät handelt, kostet das noch mehr Arbeitsplätze“. Es sei „mindestens fünf vor zwölf“, die problematischen Geschäftsfelder würden zunehmend die im Markt erfolgreichen Teile gefährden.

Die Sparkassen haben in der Bundesregierungen einen Verbündeten für ihre Pläne gefunden. Der Druck hinter den Kulissen nehme mit der Inanspruchnahme der Hilfsgelder aus dem Rettungsfonds zu, vermeldet das Handelsblatt am heutigen Tage: „Wer staatliche Hilfen beantragt, soll auch sagen, was er mit dem Geld vorhat und wie sein Geschäftsmodell aussieht“, wird der Vorstand einer Landesbank zitiert.

Grund für die Pläne zur Umstrukturierung ist das Bestreben nach Konsolidierung der Landesbanken. Vielerlei „nicht rentable Aktivitäten“ sollen eingestellt werden, problematische Wertpapiere sollen aus dem Portfolio verschwinden – notfalls durch Übertragung an eine neue „bad bank“.

Das weitere Vorgehen ist nicht von einem festen Zeitplan bestimmt, man wolle vielmehr „ohne Termindruck“ Gespräche mit den Bundesländern führen.

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