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Finanzvertrieb Druck auf OVB-Vermittler wächst

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Die Abtrünnigen sind nicht irgendwer: Landesdirektor Canonica beispielsweise gehört zu den Top-Verkäufern. Zu Gerüchten, dass er sich einer Frahnert-Truppe anschließen könnte, nimmt er keine Stellung. Gegenüber der WirtschaftsWoche verrät er nur: „Ich werde zu einem Unternehmen wechseln, das auf seine Neutralität gegenüber Anbietern achtet.“ Sollten Aussteiger wie Canonica auch ihre Vermittler zum Wechsel bewegen, droht ein desaströser Umsatzschwund. 

Auslöser für die Abgänge dürften die Machtkämpfe unter den beiden wichtigsten OVB-Aktionären Bâloise und Signal Iduna sein. So soll sich Frahnert zuletzt Bâloise genähert haben – zum Unmut von OVB-Aufsichtsratschef Wolfgang Fauter. Der leitet zugleich die Deutscher Ring Krankenversicherung, hatte sich mit ihr von Bâloise losgesagt und war bei Signal Iduna untergeschlüpft.

Seitdem versuchen beide, das Zepter beim gesamten Deutschen Ring an sich zu reißen und den Gegner herauszudrängen – mit dem gemeinsamen Unterpfand OVB als Verhandlungsmasse. Während die Finanzaufsicht BaFin Lösungsvorschläge fordert, steigt Bâloise mit einem neuen eigenen Vertrieb in die Abwerbeschlacht ein. Dessen Vertreter verkaufen dann nicht mehr Krankenversicherungen der Signal-Iduna-Gruppe, sondern des neuen Partners Hansemerkur.

Verkauf läuft schlecht

Frahnert-Nachfolger Kempchen hat daher ein umkämpftes und schwieriges Erbe angetreten. Der Verkauf von Versicherungen und Geldanlagen läuft weiter schlecht: Das von 29 auf 10 Millionen Euro korrigierte Ergebnisziel vor Steuern für 2009 dürfte schwer einzuhalten sein: Bis zum dritten Quartal lag die Zahl nur bei 6,2 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum hatten die Kölner operativ noch 22,3 Millionen Euro verdient.

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    Die Absatzflaute schlägt auf den Verdienst der Mitarbeiter durch. Im dritten Quartal 2009 büßten sie rechnerisch rund 30 Prozent ein. Die übergroße Mehrheit liegt nach Auskunft von Exführungskräften bei Provisionseinnahmen von weit unter 1500 Euro im Monat. „Einigen Vermittlern soll das Benzingeld für Kundenbesuche fehlen“, berichtet ein mit der OVB vertrauter Manager.

    Ihnen dürften sogar die paar Cent rechts vom Komma ihrer Provisionsbeträge wehtun, die automatisch dem OVB-Hilfswerk „Menschen in Not“ zufließen. „Auf diese Weise kommt Jahr für Jahr ein sechsstelliger Betrag zusammen, der dort eingesetzt wird, wo die Not am größten ist“, lobt sich das Management selbst. Vielleicht sollte es demnächst auch die eigenen Berater bedenken.

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