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Finck-Clan Schlammschlacht ums Milliardenerbe

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Die Brüder

August von Finck junior Quelle: Agency People Image/Michael Tinnefeld

Dort regierten seine Halbbrüder. Wilhelm und August von Finck junior stammten aus der ersten Ehe des Vaters. 1985 waren sie bereits 57 und 54 Jahre alt und seit Jahren in der Bank aktiv. Während Helmut sich zu Bhagwan-Zeiten „Swami Anand Nityo“ nannte – zu Deutsch: der, dem die Freude angeboren ist –, war August junior immer nur der „Gustl“, sittenstreng und erzkonservativ. „Rechts vom Gustl steht nur der Dschingis Khan“, formulierte der Bankier Ferdinand Graf von Galen. Kurz: Helmut und seine Halbbrüder verband eine tiefe Antipathie.

Kaum war der Notartermin beendet, trennten sich ihre Wege. Helmuts Sohn Nino wurde ein paar Monate später geboren, der Rebell fing sich und baute seine Pferdezucht auf.

Seine Halbbrüder machten sich derweil mit Verve daran, das väterliche Erbe neu zu sortieren. Wilhelm erhielt den Großteil der Land- und Forstflächen. August von Finck junior sicherte sich den unternehmerischen Besitz. Die Stammbeteiligungen ihres Vaters schleiften die Gebrüder fast vollständig.

Das 25-Prozent-Paket an Hochtief verschwand 1987 aus dem Familienportfolio, ein paar Jahre später mussten die Anteile am Stromversorger Isarwerke weichen. Der größte Schlag gegen den Willen des Vaters war jedoch der Verkauf des früheren Familienheiligtums. Die britische Barclays Bank übernahm im Herbst 1990 Merck Finck & Co für angeblich 500 bis 600 Millionen Mark, Wilhelm und Gustl stiegen als persönlich haftende Gesellschafter aus.

Ironie der Geschichte: Ende Mai 2010 reichte Barclays die Münchner Privatbank an eine neue Konzernmutter weiter – den indischen Mischkonzern Hinduja.

Seit der Trennung vom Gros der väterlichen Beteiligungen ist es ruhiger geworden um den Clan. Wilhelm von Finck verstarb im Oktober 2003 und hinterließ seinem Sohn Wilhelm junior, genannt Billy, den Besitz.

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