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Fluglinie Noch eine Premiere für den neuen Lufthansa-Chef

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Dafür sorgen ständig Streiks sowie Krisen durch Terroranschläge oder Naturkatastrophen wie die Lungenseuche Sars, unsinnige politische Auflagen wie die Luftverkehrsabgabe. Und weil das offenbar nicht reicht, macht am Ende der Ölpreis alle Einsparungen zu Nichte. Es ist sicher eine tolle Leistung, wenn ein Unternehmen hier eine Mehrbelastung von gut einer Milliarde Euro wegsteckt. Aber für den Kursgewinn zählt halt vor allem die Aussicht auf steigende Gewinne. Und die kann Franz erstmal nicht bieten.

Das Öl wird eher noch teurer oder ab dem nächsten Jahr strapaziert der europäischen Emissionshandel für Klimagase die Kasse. Und die Einnahmen schaffen auch im Aufschwung oft nur einen kleinen Vorsprung vor den Kosten. Denn Fluglinien vom Persischen Golf wie Emirates oder aus Ostasien sind dabei das lukrative Langstreckengeschäft ebenso in die Bredouille zu bringen wie die Billigflieger den Europaverkehr. Dazu arbeitet die Lufthansa trotz aller Fitnessrunden beim Personal eben immer noch deutlich teurer als die wichtigsten Wettbewerber aus Asien.

Dagegen setzt Franz eine gründliche Erneuerungskur. Den Anfang hat er gemacht. Dank zuvor schwer vorstellbarer Maßnahmen wie Nullrunden für Piloten die Ausgaben abseits des Sprits deutlich gesenkt, in einigen Bereichen sogar um gut 14 Prozent. „Doch wir brauchen noch mal Einsparungen in gleicher Höhe", sagt Franz. Wie genau er das schaffen will, hat Franz bisher eher verhalten angedeutet, etwa indem  er dem Billigflieger Germanwings mehr Platz geben will und auf weitere Zukäufe maroder Fluglinien verzichten will. Sehr viel konkreter wird er auch heute wird er sicher noch werden.

Tabubrüche

Denn letztlich geht es vor allem um Veränderungen im Unternehmen. Franz setzt er darauf, die Belegschaft zu begeistern für effizienteres Arbeiten. Dabei wird er Tabus brechen wie den Abbau der Verwaltung und flexiblere Arbeitsbedingungen für das fliegende Personal. Mit dem Umbau des Passage genannten Fluggeschäfts unter der Marke Lufthansa hat er den Anfang gemacht. Und auch im Cateringgeschäft läuft der Umbau. Das alles ist in guten Zeiten schwer durchzusetzen.

Darum wird es schnelle Erfolge wohl auch nicht geben. Doch zumindest das war bei Lufthansa nie ein Problem. Das Unternehmen hat nicht nur die Substanz harte Zeiten auch länger durchzuhalten. Auch der Aufsichtsrat hat bislang immer Geduld bewiesen. Franz ist erst Chef Nummer fünf seit vor gut 55 Jahren die Lufthansa neu gegründet wurde.

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