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Förderbanken KfW-Kredite: Antworten auf Leserfragen

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Die Experten-Antwort

Sehr geehrter Herr Conrad,

vielen Dank für Ihre Nachricht. Gerne erläutern wir Ihnen den Sachverhalt. Aus den von Ihnen genannten Rahmendaten schließen wir, dass es sich bei dem "Gründungskredit" um ein Darlehen aus dem Programm "ERP-Kapital für Gründung" handelte.

Ziel des Förderprogramms "ERP-Kapital für Gründung" ist es, aussichtsreiche Gründungsvorhaben durch zinsgünstige, eigenkapitalähnliche Mittel zu unterstützen. Das Darlehen wird von der KfW aus dem ERP-Sondervermögen als "Hilfe zur Selbsthilfe" nur dann gewährt, wenn ohne dieses Darlehen die Durchführung des Vorhabens wegen einer zu geringen Basis an haftendem Kapital wesentlich erschwert würde. Die Bewilligung dieses Darlehens setzt eine Eigenbeteiligung von mindestens 15 Prozent voraus - dadurch werden zusammen mit dem ERP-Kapital für Gründung  40 Prozent Haftkapital erreicht.

Das Darlehen hat also einen sehr speziellen Langfrist-Charakter mit einem hohen Subventionswert. Durch die lange, tilgungsfreie Zeit wird die Liquidität geschont. Die Zinsen werden in den ersten 4 Jahren ganz (1. Jahr) bzw. teilweise (2.-4. Jahr) vom ERP-Sondervermögen übernommen. Aus dem Vorgesagten wird ei einer vorzeitigen Rückzahlung daher davon ausgegangen, dass die bei Antragstellung vorausgesetzte langfristige Notwendigkeit dieses speziellen Gründungsdarlehens sich im Nachhinein tatsächlich anders herausstellte und daher die Zinssubventionen aus ERP-Mitteln im Falle einer vorzeitigen Rückzahlung innerhalb der Anfangsjahre zu erstatten ist. Diese Regelung ist in den Programmrichtlinien hinterlegt und Bestandteil des zwischen dem Kreditnehmer und der Hausbank bzw. KfW geschlossenen Darlehensvertrages (s. Abschnitt: Kündigung des Darlehensnehmers, Ziffer 6). 

Nur bei Aufgabe der selbstständigen Tätigkeit ist die vorzeitige Rückzahlung ohne Zinsnachforderung möglich. Dies können wir aus Ihren Informationen allerdings nicht erkennen. 

In dem von Ihnen geschilderten Fall  würde es sich also nicht um "Strafzinsen"  handeln, sondern um eine vertragliche festgelegte Nachforderung der durch das ERP-Sondervermögen in den ersten Jahren übernommenen, regulären Zinsen. Der reguläre Zinssatz lag demnach bei 6 Prozent p.a.. Da der Kunde im ersten Jahr keine Zinsen gezahlt hat, wird für dieses Jahr der volle Zinssatz nachberechnet, für die weiteren Jahre anteilig (Differenz zu den bereits gezahlten Zinsen).

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Erläuterungen weiterhelfen konnten.

Mit freundlichen Grüßen

Robert Nau

Förderberater KfW Bankengruppe

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