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Fußball Ballack wehrt sich gegen Vorwürfe: „Unverschämt“

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Michael Ballack während einer Pressekonferenz in München im August.

dpa MüNCHEN. Die Vertragsgespräche ruhen vorerst, doch im Poker um seine Zukunft geht Michael Ballack verbal weiter in die Offensive. Der Mittelfeldstar des FC Bayern München wehrte sich erneut vehement gegen Anschuldigungen, wonach ihn nur finanzielle Aspekte von einer Verlängerung seines Vertrages beim deutschen Rekordmeister abhielten. „Was mir vorgeworfen wird, ist eine absolute Unverschämtheit“, sagte Ballack dem Fußball-Fachblatt „kicker“. Felix Magath versuchte derweil vor dem Bundesliga-Spiel bei Arminia Bielefeld und der wichtigen Champions-League- Partie gegen Rapid Wien am 22. November die Diskussion um den Kapitän der Nationalmannschaft einzudämmen. „Das Thema interessiert mich nicht“, sagte der Bayern-Trainer. „So lieb und teuer er uns ist, irgendwann müssen wir einen Punkt machen. Es gibt kein Theater.“ Der FC Bayern hatte sein bis 2010 datiertes und mit angeblich neun Mill. Euro Jahresgehalt dotiertes Angebot zurückgezogen, da sich Ballack noch nicht zu einer Unterschrift entscheiden wollte. Ballack, der weiterhin wegen seiner Oberschenkelzerrung nicht am Training teilnehmen konnte und dessen Einsatz in der Bundesliga-Partie bei Arminia Bielefeld sehr fraglich ist, will noch Offerten ausländischer Vereine prüfen, die ihn nach den Statuten aber offiziell erst im Januar kontaktieren dürfen. Eine erste Absage kam aus Italien. Der als Kandidat gehandelte AC Mailand will Ballack definitiv nicht verpflichten. „Ballack ist ein großartiger Fußball, aber der AC Mailand ist nicht an ihm interessiert“, sagte Vize-Präsident Adriano Galliani. Der Verein habe in Kaka und Rui Costa zwei Akteure für die Position. In Italien hieß zudem in der „Gazzetta dello Sport“, dass Inter Mailand doch kein Interesse an dem 29-Jährigen habe. In England gehen die Spekulationen um einen Ballack-Transfer aber munter weiter. Bei Manchester United soll Trainer Alex Ferguson laut Medienberichten eine Reise nach Rom abgesagt haben, um eine Verpflichtung Ballacks vorzubereiten. Der „Daily Mirror“ berichtete, Ballack solle bei „Manu“ als Nachfolger von Roy Keane Kapitän werden und in vier Jahren 30 Mill. Euro verdienen. Als heimlicher Favorit von Ballack gilt allerdings weiter Spaniens Top-Club Real Madrid. Die in deutschen Medien geübte Kritik an seiner Person rief bei Ballack Unverständnis hervor. „Man bemängelt immer, dass keine deutschen Spieler bei Topvereinen im Ausland spielen; jetzt beschäftige ich mich mit dem Thema und genau das wird mir auch angekreidet. Das soll verstehen wer will.“ Sportlich sei Ballacks Situation für die Bayern kein Problem, bemerkte Magath. „Ich glaube, dass er sich nun noch mehr bei uns reinknien wird. Deswegen kann ich mit dieser Situation prima leben.“ Für den Fall eines Abschieds von Ballack wollte sich Magath nicht an öffentlichen Spekulationen über dessen Nachfolge beteiligen. „Es gibt keine Wunschliste“, sagte er dem „kicker“. In den Medien wurden bislang fast ein Dutzend potenzielle Nachfolger genannt, darunter Rafael van der Vaart (Hamburger SV), Tim Borowski (Werder Bremen), Lincoln (Schalke 04) oder Deco (FC Barcelona), Juan Riquelme (FC Villareal) sowie der Kroate Nico Kranjcar (Hajduk Split). Sebastian Deisler gilt nach seiner positiven Entwicklung als interner Kandidat. Aber: „Es wird nicht so gehen, dass man sagt: Geht der Ballack, kommt der Deisler“, betonte Magath. Im Gegensatz zu Verteidiger Willy Sagnol, der sich angeblich mit Italiens Rekordmeister Juventus Turin einig ist, steht neben Deisler auch Mittelfeld-Kollege Mehmet Scholl vor einer Vertragsverlängerung in München. Der Bayern-Oldie müsse laut Magath sogar ein Kandidat für die Nationalmannschaft sein. „Ich weiß nicht, warum wir auf so einen Trumpf verzichten wollen.“

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