WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen

Gastronomie Michelin verteilt mehr Sterne in Deutschland

In Ost und West kaum Neues- die Wirtschaftskrise hat den deutschen Spitzenrestaurants scheinbar nicht zugesetzt. Zumindest ist die Qualität weiterhin hoch, befinden die Tester des Guide Michelin, die Zahl der ausgezeichneten Restaurants steigt. Grund für Enttäuschung hat eigentlich kaum einer - außer den Hoffnungsträgern.

Zwei-Sterne Koch Thomas Quelle: dpa

Neun Restaurants mit drei Sternen, 23 mit zwei Sternen und 205 mit einem - das ist die Bilanz des Guide Michelin. Das bedeutet zum einen Beständigkeit in der absoluten Spitze und andererseits aufstrebende Köche. Denn von den 23 Zweisterne-Restaurants bekommen ihn fünf erstmalig verliehen und keinem Restaurant mit zweien wurde einer genommen.

Genauso positiv fällt die Rechnung aus, wer verlorene und verliehene Sterne bei den Ein-Sterne-Restaurants verrechnet: 14 verlieren ihren, darunter namhafte Köche wie Cornelia Poletto, die ihr Restaurant im Januar 2011 schließt, wie fünf weitere Adressen bereits vor ihr. Demgegenüber stehen 26 Neueinsteiger in dieser Kategorie von Berlin über Hessen bis Thüringen, darunter auch erstmals ein japanisches Restaurant, das Nagaya in Düsseldorf.

Norddeutschland gehört zu den Gewinnern, denn mit dem Sterneck in Cuxhaven, dem La Belle Epoque in Lübeck und dem Restaurant Fährhaus auf Sylt stammen drei der neuen Zwei-Sterne-Restaurants aus den nördlichsten Landesteilen.

Etwas weiter südlich in Osnabrück mag sich in die Freude über die Bestätigung die Enttäuschung über den letzten Glanz mischen. Thomas Bühners Restaurant La Vie, das zur Holding des RWE-Chefs Jürgen Großmann gehört, wurde erneut als Hoffnungsträger für einen dritten Stern ausgezeichnet. Wie lange ein Hoffnungsträger eben genau das sein kann und wie lange er sich bewähren muss, darüber schweigt sich das traditionell wortkarge Büchlein aus.

Bühner hätte mit einem dritten Stern die Zahl der Restaurants auf zehn erhöht. Weiter hoch in der Gunst der Tester stehen die, die auch vergangenes Jahr dort standen: Die Restaurants Schwarzwaldstube (Harald Wohlwahrt) und Bareiss (Claus-Peter Lumpp) in Baiersbronn, die NRW-Fraktion der Schlosshotels Lerbach und Bensberg mit den Köchen Nils Henkel und Joachim Wissler und über das Land verstreut das Amador in Langen, das Aqua in Wolfsburg, das Sonnora in Wittlich, Victor's Gourmet Restaurant in Perl und das Gästehaus Erfort in Saarbrücken.

Die Quintessenz der diesjährigen Ausgabe mit vergleichsweise wenig Veränderungen: Wo es vergangenes Jahr gut war, ist es mit hoher Wahrscheinlichkeit immer noch so - oder das Restaurant existiert eh nicht mehr.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%