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Gefahr der Wirtschaftsspionage Sicherheitslücke Blackberry

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Private Sicherheitsexperten schlagen lauter Alarm. „Der Blackberry öffnet der Wirtschaftsspionage die Tür“, befürchtet Stefan Strobel, Geschäftsführer der Unternehmensberatung Cirosec in Heilbronn. „Wenn US-Geheimdienste wie die National Security Agency ihren Job nicht ganz schlecht machen, dann kommen sie über die Blackberry-Rechenzentren in die Unternehmen rein.“ Die Briten arbeiten traditionell eng mit der National Security Agency (NSA) zusammen – etwa beim Geheimprojekt Echelon. Das satellitengestützte Abhörsystem scannt automatisch den gesamten Telefon- und Datenverkehr weltweit nach Schlüsselbegriffen und reicht herausgefilterte Informationen, wie Ex-Spione berichten, direkt an die heimischen Unternehmen weiter. Da liegt es nahe, die besonders Erfolg versprechende Gruppe der Blackberry-Nutzer ins Visier zu nehmen und die drei RIM-Rechenzentren anzuzapfen. 

RIM kann die Befürchtungen schwer nachvollziehen. Andere Länder wie Großbritannien und Holland seien nicht so besorgt, berichtet RIM-Manager Jens Kühner, und stellen längst Zertifikate aus. „Unser System wurde entwickelt, um die Ansprüche aller Unternehmen zu erfüllen“, weist Kühner die BSI-Vorwürfe zurück. „Strengste Sicherheitsanforderungen können konfiguriert werden. Im Auftrag der französischen Regierung hat auch der deutsch-französische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS das Blackberry-System auf Sicherheitslücken getestet und – anders als Volkswagen – quasi eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausgestellt. Es gebe zwar kleinere Sicherheitsprobleme, heißt es in dem bisher unveröffentlichten Report. Doch die ließen sich leicht beseitigen.

Unter allen Umständen will die französische Regierung verhindern, dass die für ihre Schlupflöcher berüchtigte Microsoft-Software auch bei Handys und anderen mobilen Geräten die Oberhand gewinnt. „Blackberry ist im Moment die sicherste Lösung für alle Geschäftsleute“, sagt Jean-Louis Gergorin, Leiter Strategische Koordination bei EADS. Ob in London oder anderswo – Geheimdienste fänden immer Wege, Inhalte abzufangen, heißt es hinter vorgehaltener Hand. Wichtiger sei, dass Konkurrenten keinen Zugriff auf die Mails bekommen. Und das sei sichergestellt. 

EADS will RIM verschlossene Türen öffnen. Noch in diesem Jahr könnte ein gemeinsam entwickelter Hochsicherheits-Blackberry die Marktreife erlangen. Das neue Gerät, das zuerst in einer internen Version für EADS erprobt wird, soll später an Regierungsstellen überall in Europa verkauft werden. 

Die Zeit drängt. Handy-Weltmarktführer Nokia greift die Ängste der Blackberry-Kunden auf und startet gerade den Verkauf einer eigenen mobilen E-Mail-Lösung, die ohne Umweg ins Ausland auskommt. Die neuen Nokia Business Center, die den mobilen E-Mail-Verkehr beim Kunden steuern, werden fester Bestandteil in deren IT-Infrastruktur. „Die Unternehmen behalten so die vollständige Kontrolle über ihre Daten“, sagt Nokia-Manager Carsten Michel. Der Handy-Konzern drückt sein Produkt mit Kampfpreisen in den Markt. Der neue E-Mail-Server kostet in der Standardversion gerade mal 1800 Euro – so viel wie drei neue Business-Handys.

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