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Gemeinnützigkeit Banken spenden jährlich Millionen

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Für Bildung spenden Banken gerne

Auch die Frankfurter Sparkasse hatte schon lange vor Veröffentlichung der Pisa-Studie besonderen Wert auf Bildung gelegt: „Lesen ist eine elementare Voraussetzung um erfolgreich zu sein, deshalb wollen wir mit unseren Projekten Kinder in die Bibliotheken locken“, sagt Hans Grüntker, Vorstandschef der Frankfurter Sparkasse. Zum Beispiel über Vorlesestunden und Bastelnachmittage in Büchereien. Im vergangenen Jahr investierte die Stiftung der Stadtsparkasse dafür 16.000 Euro.

Die öffentlich-rechtlichen Banken gaben im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben 465 Millionen Euro für gemeinnützige Zwecke aus, das sind rund 23 Prozent ihres Ertrags und mehr als das Fünffache, als die Deutsche Bank mit 82,2 Millionen Euro im abgelaufenen Jahr weltweit ausgegeben hat. Bei dem Bankenriesen entspricht das 1,3 Prozent des Jahresgewinns. Die 1300 Volks- und Raiffeisenbanken spendeten 2006 gemeinsam 218 Millionen Euro und haben sich nach eigenen Erwartungen auch 2007 in dieser Höhe bewegt. Die Commerzbank beziffert ihre Ausgaben für gute Zwecke weltweit auf knapp 39 Millionen Euro für 2007, rund zwei Prozent des Gewinns. Die Dresdner Bank spendete mit 7,6 Millionen Euro etwa 1,9 Prozent des Ertrags.

Anders als gemeinhin bei den Geschäftsbanken üblich werden in der Sparkassen-Finanzgruppe Entscheidungen über die Spenden vor Ort getroffen. Jede der 446 Sparkassen hat in der Regel mindestens eine eigene Stiftung und bestimmt selbst die Schwerpunkte.

Das Gutmenschentum gedeiht aber nicht um seiner selbst willen. „Als verantwortungsbewusster Unternehmensbürger wollen wir soziales Kapital schaffen, auf dessen Basis auch privates Kapital besser gedeihen kann“, sagt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Gerade in Phasen sinkenden Vertrauens, wie durch die aktuelle Finanzkrise hervorgerufen, schafft die Nähe des Unternehmens zum Bürger verloren gegangene Authentizität und stelle „einen unschätzbaren emotionalen Zusatznutzen dar, der zur Generierung eines wahrhaft nachhaltigen Markenwertes führen kann“, sagt Nicole Fabisch, Lehrbeauftragte für Marketingethik an der Hamburger Hochschule für Wirtschaft und Politik.

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    Aber auch in entspannteren Zeiten lohnt sich bürgerschaftliches Engagement. Franz Wenzel, Geschäftsführer vom Center for Corporate Citizenship, spricht vom „Pfadfindereffekt“: Die Bank lerne dabei ihre gesellschaftliche und politische Umwelt besser kennen und bemerke möglicherweise, dass das gesellschaftliche Leben „draußen“ anders getaktet ist als die Welt der ökonomischen Effizienz innerhalb des Unternehmens.

    Oder die Firmenleitung erhalte auf diese Weise wertvollen Wissensvorsprung: „Im Idealfall deckt sie gar zukünftige Konfliktfelder auf und findet schon frühzeitig Lösungsansätze dafür“, sagt Wenzel. So hätten Zusammenhänge zwischen amerikanischen Kreditausfällen und wachsenden Obdachlosenzahlen in den USA möglicherweise schon früher wahrgenommen und die aktuelle Krise dadurch sogar entschärft werden können. Auch soziale Kompetenz lerne die Bank durch in die Tat umgesetzte soziale Verantwortung – Soft Skills, die sie von ihren Mitarbeitern längst erwartet. Gute Mitarbeiter bewerben sich allerdings nur bei attraktiven Unternehmen. Und das sind nur solche, die das, was sie erwarten, auch selbst leben.

    In Paco hat die Deutsche Bank schon einen Fan gefunden. Sein Leben hat sich durch die Jugendeinrichtung „Jona’s Haus“ in Berlin grundlegend geändert. Jetzt macht er eine Ausbildung zum Mechatroniker und würde später gerne Sozialassistent werden. Als Arbeitnehmer kommt er damit für die Deutsche Bank wohl nicht infrage. Dafür aber als Kunde.

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