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General Motors Magna punktet im Bieterkampf um Opel

Im Bieterwettstreit um Opel sind Magnas Chancen offenbar gestiegen. Kreisen zufolge sind zwischen der Opel-Konzernmutter General Motors und dem kanadischen Autozulieferer nur noch drei Punkte offen.

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Opel-Werk in Bochum Quelle: AP

„Von ursprünglich 26 strittigen Fragen sind drei übrig geblieben“, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von einer mit den Verhandlungen vertrauten Person. Dazu gehöre die Frage der Lizenzgebühren, die das Magna-Konsortium im Falle einer Übernahme für jeden verkauften Opel an GM zahlen soll. „Noch nicht geklärt ist, ob Magna auch dann die vollen Gebühren zahlen muss, wenn es etwa den Motor selbst entwickelt oder woanders einkauft“, sagte die Person.

Offen sei auch das Vorgehen im Falle einer späteren Kapitalerhöhung. „GM möchte in jedem Fall gern 20 Prozent der Stimmrechte an New Opel behalten, auch wenn ihr Anteil durch eine Kapitalerhöhung eigentlich unter diese Marke fallen sollte“, hieß es. „GM möchte Einfluss behalten.“

Magna weiterhin Wunschpartner

In den anderen Punkten hätten sich die beiden Parteien dagegen geeinigt. So wolle sich Magna wie von GM gefordert mit mehr Eigenkapitalanteil engagieren. Auch in der Frage der Vertriebsrechte der GM-Marke Chevrolet in Russland hätten sich beide Seite angenähert.

Jedoch ist auch nach einem weiteren Spitzentreffen in Berlin kein Ende der Hängepartie um Opel abzusehen.

Zwar erklärten Bundeswirtschaftsministerium und GM, bei den Gesprächen habe es Fortschritte gegeben. In Branchenkreisen hieß es aber, eine Empfehlung von GM für den kanadischen Autozulieferer Magna oder den Finanzinvestor RHJ noch in dieser Woche sei eher unwahrscheinlich.

Der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Steffen Moritz sagte, jetzt sei es an GM, mit beiden Opel-Interessenten zu sprechen. Derzeit gebe es keine konkreten weiteren Termine mit der Bundesregierung. Der stellvertretende Regierungssprecher Klaus Vater ergänzte, über die Zeitspanne für weitere Gespräche wolle er keine Prognose abgeben. Die Präferenz der Regierung für Magna gelte weiter.

GM-Direktoriumschef Edward Whitacre macht dennoch Hoffnung auf ein Einigung. Er sagte, er sei zuversichtlich, bald eine Lösung zu finden.Allerdings könne er keinen Zeitpunkt nennen. Die Verhandlungen gingen weiter und falls nötig werde ein Sondertreffen des GM-Direktoriums zu Opel einberufen, erklärte er.

Am Vortag waren in Berlin erneut Vertreter von Bund und Ländern mit Spitzenmanagern des Opel-Mutterkonzerns zusammengekommen. GM hatte danach erklärt, bei den Gesprächen seien Fortschritte erzielt worden. „GM hat die Hoffnung, die Analyse bald abzuschließen und der Opel Treuhandgesellschaft eine Empfehlung machen zu können“.

Staatssekretär sieht Chancen auf baldige Entscheidung

Im Rennen ist neben Magna noch der Finanzinvestor RHJ. General Motors hat in den vergangenen Wochen deutlich gemacht, dass der Konzern einen Verkauf an Ripplewood-Ableger RHJ vorziehen würde.

Der hessische Finanzstaatssekretär Thomas Schäfer sieht Chancen für eine baldige Grundsatzentscheidung. „Ich glaube, dass es gute Chancen gibt, bis Freitag noch vorhandene Knackpunkte zu lösen, so dass man weiß, was man unterschreibt“, sagte Schäfer. Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers drohte unterdessen indirekt mit dem Entzug von Staatshilfen für Opel. „GM muss wissen: Der Einstieg von Magna war die Grundlage für die Bürgschaftszusagen“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“.

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