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General Motors Verwaltungsrat feuert GM-Chef Henderson

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Inzucht bei GM

Henderson tourte für den US-Riesen um die halbe Welt. Schnell wurde er einer der Top-Krisenmanager des einst weltgrößten Autobauers.

Als Chef der Europa-Sparte rund um Opel griff der Sanierer vor Jahren hart durch, strich rund 10 000 Stellen und brachte das Geschäft in die schwarzen Zahlen. Der Erfolg eröffnete ihm den Weg in die Konzernspitze als Vize-Chef. Und als die US-Regierung im März einen Ersatz für den in Ungnade gefallenen langjährigen Konzernlenker Rick Wagoner suchte, war er plötzlich Nummer eins. Doch damals schon sprachen Kritiker von zu viel „Inzucht“ bei GM. Schließlich hatte Finanzchef Henderson die Milliardenverluste mitzuverantworten. „Niemand will von Krise zu Krise torkeln“, hatte Henderson selbst erklärt.

Die Suche nach einem Nachfolger dürfte laut US-Medien schwer werden. Niemand wolle den Posten haben. Selbst ein GM-Sprecher hält „mehrere Monate“ der Suche für möglich. Vorerst muss Verwaltungsratschef Whitacre deshalb selbst ran: Er will nun „täglich“ in der GM-Zentrale bei der Rettung des Giganten auf Schleuderkurs mithelfen.

Beobachter gehen davon aus, dass Whitacre einen branchenfremden Manger auf den Chefsessel holen wird, wie dies bereits bei den US-Rivalen Ford Motor und Chrysler geschehen ist. Unter der Führung Hendersons kam GM zuletzt nicht aus den Schlagzeilen. Der Verkauf der GM-Marke Saturn platzte ebenso wie der der schwedischen Tochter Saab.

Gnadenfrist für Saab

Für die Schweden gibt es allerdings noch einen Hoffnungsschimmer: Saab kann möglicherweise bis Jahresende doch noch verkauft werden. Der GM-Aufsichtsrat teilte gestern mit mit, dass es neue Übernahmeangebote gebe. Diese sollen bis Ende des Monats geprüft werden. Kommt es nicht zu einer Einigung, will GM die seit zwei Jahrzehnten fast immer mit Verlusten operierende Traditionsmarke endgültig einstellen.

Im November hat sich der schwedische Sportwagenhersteller Koenigsegg überraschend aus fast abgeschlossenen Übernahmeverhandlungen mit GM zurückgezogen. Saab beschäftigt noch etwa 3400 Mitarbeiter.

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