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Generikahersteller Merckle trennt sich von seinem Herzstück Ratiopharm

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Teva und Ratiopharm passen gut zusammen

Teva übernimmt mit Ratiopharm ein gesundes Unternehmen: Im Jahr 2009 steigerte Ratiopharm seinen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf 307 Millionen Euro. Mit einem Umsatz von 1,6 Milliarden Euro und einem Marktanteil von 23 Prozent ist Ratiopharm die Nummer zwei im deutschen Generikamarkt. Das Unternehmen setzt für die nächsten Jahre auf  Wachstum Bis 2014 soll der Umsatz jährlich um durchschnittlich acht Prozent zulegen.

Mit dieser klaren Wachstumsstrategie passt Ratiopharm gut zu seinem neuen Herren, der israelischen Teva-Gruppe: Im Jahr 2008 setzte Teva mit Nachahmerpräparaten weltweit acht Milliarden Euro um, 2009 lag der Umsatz bereits bei 10,1 Milliarden Euro. Das Umsatzplus von 25 Prozent hat Teva auch dem Ende 2008 erworbenen US-Pharmahersteller Barr Pharmaceuticals zu verdanken. In Europa versucht Teva schon länger, Fuß zu fassen. Teva-Chef Shlomo Yanai hatte in den vergangenen Monaten mehrfach bekräftig, dass ein Zukauf in Europa ein zentrales strategisches Ziel von Teva sei. Daran hatte sich Teva bereits vor drei Jahren versucht: Damals bot Teva für die Generikasparte der deutschen Merck mit, letztlich machte aber der US-Rivale Mylan mit einem höheren Angebot das Rennen.

Riskante Wachstumspläne

Richtig gut läuft bei Teva das Geschäft mit dem patentgeschützten Multiple-Sklerose-Medikament Copaxone: Dessen Erlöse legten 2009 um 25 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar zu. Doch Branchenschätzungen zufolge stagniert Teva in seinem Kerngeschäft, den Nachahmerpräparaten. In westlichen Märkten sinken die Preise bei Nachahmerprodukten. Schuld daran ist zum einen der Vormarsch asiatischer Billiganbieter. Zum anderen versuchen Regierungen in wohlhabenden Ländern, die Arzneimittelkosten deutlich zu senken. Und diesen Kostendruck bekommen auch die Generika-Hersteller zu spüren.

Tevas Wachstumspläne bleiben aber trotz dieser Marktentwicklung extrem ehrgeizig: Bis 2015 will der Konzern seinen Umsatz auf 22 Milliarden Euro verdoppeln, das Europa-Geschäft soll sich gar auf mehr als 4,3 Milliarden Euro verdreifachen. Mit dem Zukauf von Ratiopharm, dessen Umsatz 2009 bei 1,6 Milliarden Euro lag, erweitert Teva seinen Gesamtumsatz um 15 Prozent. Doch das reicht für Tevas geplantes Wachstum nicht aus.

In den nächsten vier Jahren sollen deshalb Markenprodukte und innovative Wirkstoffe fast ein Drittel des Gesamtumsatzes liefern. Das ist mehr als ambitioniert: denn die Patente für den Wachstumsträger Copaxone laufen ab 2014 aus.

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