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Gerhard Rupprecht im Interview "Allianz-Neuordnung war ein gewaltiger Schritt nach vorn"

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Der Gewinn der ADAG war auch deshalb so hoch, weil sie 2,7 Milliarden Euro weniger als im Vorjahr in den Reservetopf für die Lebensversicherten eingezahlt haben. Müssen sich diese elf Millionen Allianz-Kunden auf eine Senkung der Gewinnbeteiligung 2010 einstellen?

Die 2,7 Milliarden weniger sind der Finanzmarktkrise geschuldet, mit dem Gewinn hat das nichts zu tun. Wenn die Zinsen dauerhaft niedrig bleiben, muss die Überschussbeteiligung angepasst werden. Diese Logik gilt für die ganze Branche. Aber darüber entscheiden wir im Herbst, nicht jetzt.

Die Wirtschaftskrise trifft die Assekuranz nicht nur bei den Kapitalanlagen. Rechnet der Firmenversicherer Allianz damit, dass sich die schlechte Konjunktur und Insolvenzen auf das Geschäft für 2009 niederschlagen?

Als Erstes spürt natürlich unsere Kreditversicherung die Krisenfolgen. In der Sachversicherung sehen wir bisher keine Einbußen, das Firmengeschäft entwickelt sich noch sehr stetig. Aber in der Lebensversicherung registriere ich eine Zunahme an Storni von Privatleuten. Dort machen sich Kurzarbeit und Erwerbslosigkeit schnell bemerkbar. Man kann nicht damit rechnen, dass wir 2010 größere Wachstumsraten sehen.

Wenn die Konjunktur schlecht bleibt und ihr geplantes Cross-Selling nicht so schnell in Gang kommt, haben die Allianz-Beschäftigten weniger zu tun. Eine neue Gefahr für die Jobs?

Unsere jetzt geplante Personalausstattung ist längerfristig angelegt. Wenn ein Unternehmen aber nicht so wächst wie die Inflation oder die Löhne, hat es ein Problem. Man kann ja nur das ausgeben, was die Kunden zur Verfügung stellen.

Die Dresdner Bank war für die Allianz ein finanzielles Fiasko, allein die ADAG hat Ende 2008 noch einmal gut 420 Millionen Euro auf die Beteiligung abgeschrieben. Muss man sich nach dem Bankverkauf noch auf weitere Altlasten durch die Dresdner einstellen?

Es gibt keine weiteren Risiken der Dresdner in den Büchern der ADAG. Und noch besser: Unsere Kapitalanlagen sind so solide, wie sie nur sein können.

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