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Gewerbeimmobilien Exklusiv-Umfrage: Hamburg und München sind die Top-Standorte

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„Abriss kann eine Lösung sein“

Elbe vor Isar

Auch nach der Attraktivität von Immobilienstandorten fragte das Expertenpanel. Klares Ergebnis: Das Rhein-Main-Gebiet mit der Bankenmetropole Frankfurt ist abgeschlagen Dritter hinter den Spitzenreitern Hamburg und München.

Kein Wunder: In Frankfurt ist der Markt für Gewerbeimmobilien im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2007 um 93 Prozent auf 330 Millionen Euro abgesackt. Zwei Millionen Quadratmeter Bürofläche stehen leer – was 20 Prozent Leerstandsquote bedeutet. „In manchen Fällen wird eine Nutzungsänderung oder ein Abriss die wirtschaftlichste Lösung sein“, fürchtet Planungsdezernent Edwin Schwarz. Das Mertonviertel etwa verlassen die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, die ins bombastische Airrail-Center am Flughafen umzieht, deren Konkurrent PriceWaterhouseCoopers und einige Büros der Deutschen Bundesbank.

Kochen auf Sparflamme

In Frankfurt ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze mit 464.000 extrem hoch angesichts von 665.000 Einwohnern. Zudem ist der Branchenmix finanzlastig. Dadurch ist die Rhein-Main-Metropole stärker als andere deutsche Großstädte abhängig vom Auf und Ab des Büromarkts. Das schlägt in dieser Krise besonders durch.

Die Immobilienbranche kocht also weiter auf Sparflamme – auch auf der Messe in Cannes, wo die großen Immobilienakteure aus aller Welt für Plausch und Partys Luxusboote anmieten, die dann großflächig mit dem Firmennamen dekoriert im Yachthafen dümpeln. In diesem Jahr dürften es ein paar Schiffe weniger sein. Immer mehr Mipim-Teilnehmer schlüpfen inzwischen lieber preisgünstig bei einem Gemeinschaftsstand ihrer Stadt unter, statt selbst einen zu buchen. Unter ähnlichem Schwund leidet die im Herbst in München stattfindende Mipim-Konkurrenzmesse Expo Real in München.

„Sechs weniger in Cannes“

Wenn Mipim-Veranstalter Reed Exhibitions die Hoffnung verbreitet, er könne das Besucherniveau des Vorjahres halten, ist das wohl Zweckoptimismus. 2008 waren es noch 29.000 zahlende Besucher, die sich die dreitägige Messe an der frühlingswarmen Côte d’Azur nicht entgehen ließen. 2009 kamen nur 18.000 zahlende Besucher. Experten wie Neil Turner, Geschäftsführer von Schroder Property in Frankfurt – deutscher Ableger einer der führenden Immobilien-Investmentgesellschaften Europas –, erwarten nun einen weiteren Rückgang.

Turner selber schickt diese Woche drei Mitarbeiter nach Cannes. Früher waren es mal „neun oder zehn“. BNP Paribas-Immobilienchef Rösler kommt mit 90 Mitarbeitern – 15 Prozent weniger als 2009. Und da hatte Rösler sein Cannes-Team schon um 20 Prozent abgespeckt.

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