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Google Plus Der unerwartete Erfolg von Googles sozialer Revolution

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Google Plus macht sich dabei eine Funktion zunutze, die schon Twitter groß gemacht: Jeder kann zunächst einmal jedem folgen. Bei Facebook müssen beide Nutzer einer Verbindung zunächst zustimmen. Um seine Daten muss sich dennoch niemand sorgen, weil man ja bei jeder Mitteilung entscheiden kann, welche Personengruppe die Nachricht zu sehen bekommt: nur Familienmitglieder, Freunde oder das gesamte Netz.

Auch multimedial lässt der Newcomer die etablierten Dienste ältlich aussehen: Facebook ermöglicht es zwar  ebenfalls Bilder einfach mit Freunden zu teilen oder Videos mit einem Klick in neue Beiträge einzubinden. Doch bei Google Plus ist das technisch besser und gefälliger gelöst: Das neue Netzwerk stellt Bilder von Freunden wie in einem eigens zusammengewürfelten Magazin auf einer Seite dar.  Twitter wiederum bietet die multimediale Einbindung gar nicht. Wer Fotos teilen will, muss dafür andere Plattformen nutzen, wie etwa Twitpic.

Intelligente Verknüpfung üblicher Kommunikationskanäle

Mit der intelligenten Verknüpfung aller üblichen Kommunikationskanäle – Mail, Instant Messaging, Videokonferenzen –, der Möglichkeit Inhalte mit ausgewählten Nutzern zu teilen und die Inhalte anderer auf smarte Weise zu kommentieren, sowie Dank der längst bestehenden Funktion, seine Google-Login-Daten auch für die Anmeldung bei fremden Webdiensten zu nutzen, hat Google Plus durchaus das Potenzial, zu einer Art Rückrat des sozialen Internets zu werden.

Google Plus könnte so für viele zum Einstieg ins soziale Netzwerken werden, die weder twittern wollen, noch die Muße haben, sich ein Blog anzulegen. Menschen, die sich aber trotzdem im Internet mitteilen wollen. Und selbst Promis der Web-Szene wie Kevin Rose haben bereits ihr Blog dicht gemacht und leiten ihre Seite nun auf den eigenen Google-Plus-Account um. „G+ gibt mir mehr (Echtzeit) Feedback und Reaktion als mein Blog je zuvor in der Lage war“ schreibt er – bei Google Plus.

Die  wichtigste Frage aber ist noch unbeantwortet. Sie entscheidet in den kommenden Wochen und Monaten über die langfristigen Erfolg der Plattform: Kommen nach all den Geeks, die sich in der ersten Stunde bei Googles neuem Netz angemeldet haben, auch die normalen Nutzer? Es gibt in der Geschichte des Internets genügend Beispiele für gut gemachte Netze, bei denen genau das nicht geklappt hat.

Aber zur Zeit sieht es fast danach aus, als ob es fuer Google diesmal klappen könnte. In meinem Google+ Account sehe ich jeden Tag einen regen Zustrom neuer Nutzer – wesentlich mehr und wesentlich schneller, als das in den ersten Tagen von Twitter und Facebook der Fall war.

Doch am Ende gilt für Google Plus das, was für alle großen Netze gilt: Entweder sie werden der Größte oder sie gehen unter.  Denn ich glaube nicht daran, dass es mehrere große General-Interest-Netzwerke nebeneinander geben kann.

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