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590 Millionen Dollar für Meizu Alibaba steigt bei Smartphone-Hersteller ein

Mehr als eine halbe Milliarde Dollar steckt Online-Gigant Alibaba in den kleinen Smartphone-Hersteller Meizu. Anders als Amazon will der Konzern aber keine eigenen Geräte herstellen.

590 Millionen Dollar hat Alibaba in den Smartphon-Hersteller Meizu investiert. Quelle: REUTERS

Alibabas nächster Streich: Für 590 Millionen Dollar hat sich der E-Commerce-Riese eine Minderheitsbeteiligung am chinesischen Handyhersteller Meizu gekauft. Dies sei ein wichtiger Schritt in der Mobile-Strategie, mit der den Nutzern „eine größere Bandbreite an Angeboten und Erfahrungen“ gebracht werden soll, erklärte der Alibaba-Manager Wang Jian am Montag.

Anders als Amazon, das mit dem FirePhone 2014 ein eigenes Smartphone produzierte und am Markt scheiterte, wird Alibaba aber wohl erstmal nicht unter die Hersteller gehen. Das Unternehmen zielt darauf ab, sein eigenes  Betriebssystem stärker zu verbreiten.

Die wichtigsten Bereiche von Alibaba

Mit dem vor drei Jahren vorgestellten YunOS wollte sich das E-Commerce-Unternehmen eigentlich viele neue Kunden auf dem boomenden Smartphone-Markt erschließen und seine eigenen Dienste und Websites befeuern. Viele Chinesen nutzen ihre Geräte auch zum Einkauf, die Kontrolle über das Betriebssystem kann ein wichtiger Schlüssel für die Platzierung von Inhalten und Angeboten für Kunden sein.

Doch die Umsetzung der Expansionspläne ist noch nicht weit gediehen. YunOS kommt derzeit auf einen Marktanteil von weniger als einem Prozent.

Meizu, auf dessen Smartphones bislang hauptsächlich eine angepasste Android-Version läuft, scheint ein geeigneter Partner zu sein, um die Software in Zukunft weiter zu verbreiten. Zwar zählt das Unternehmen nicht zu den Top-Herstellern in China und liegt mit seinen Absatzzahlen weiter hinter Xiaomi, Huawei oder Lenovo zurück. Branchenkenner sehen in dem Zwerg aber dennoch Potenzial.

Mit preisgünstigen Modellen richtete sich Meizu ähnlich wie Xiaomi nicht an Highend-Nutzer, sondern an die breite Masse und könnte schnell wachsen. „Meizu ist einer der besseren Smartphone-Hersteller auf dem chinesischen  Heimartmark. Es ergibt also Sinn für Alibaba, mit ihm zusammenarbeiten”, sagte Li Yujie, ein Analyst des RHB Research Institute in Hong Kong, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Der Aufstieg von Alibaba

Mit dem Einstieg bei dem Smartphone-Hersteller setzt Alibaba seine umfassende Expansion in neue Marktsegmente weiter fort. Das Unternehmen, das in der Volksrepublik einen Marktanteil von 80 Prozent am Online-Handel hat, investierte ähnlich wie Amazon zuletzt in immer neue Geschäftsfelder, etwa Chat- und Kartendienste. Auch die Entwicklung im  Online-Handel will Alibaba vorantreiben und testet aktuell Drohnen, um Tee auszuliefern.

Geld für solche Experimente ist ausreichend vorhanden. Im Herbst 2014 legte Alibaba einen erfolgreichen Start an der Börse hin und arbeitet seitdem weiter profitabel. Wegen der Investitionen und hohen Einmalzahlungen ging der Gewinn zuletzt allerdings zurück. Während der Umsatz im von Oktober bis Ende Dezember laufenden dritten Quartal des Geschäftsjahres um 40 Prozent auf 4,2 Milliarden stieg, sank der Gewinn um 28 Prozent auf 964 Millionen Dollar.

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