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Abmahnung gegen Bloggerin Ikea verärgert seine Fans

Auf „ Ikea Hackers“ zeigen Tüftler, was man aus Ikea-Produkten und -Möbeln basteln kann. Eigentlich eine gute Werbung für Ikea. Doch der schwedische Möbelkonzern sieht das anders. Er schickte eine Abmahnung.

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Mit einer Abmahnung gegen eine Bloggerin hat der schwedische Möbelhaus-Riese Ikea seine Fans verärgert. Quelle: Reuters

Expedit, Besta, Norden. Das sind nicht nur Möbelstücke, die wohl fast jeder schon mal irgendwo in seiner Wohnung herumstehen hatte. Sondern auch die Zutaten für ganz neue Lifestyle-Produkte, die man im Internet bewundern kann.

Aus einem Servierwagen wird eine Werkbank, aus einer Aufbewahrungsbox ein schicker Couchtisch – auf „Ikea Hackers“ zeigen Bastler aus aller Welt ihre ganz eigenen Möbelkreationen, für die sie sich im Ikea nebenan wie in einem Baumarkt bedient haben.

Corinna aus Österreich präsentiert stolz, wie sie einen „Lack“-Tisch in eine Bank für ihr Töchterchen umfunktioniert hat. Julie hat mehrere Tische derselben Reihe zu einem Katzenkratzbaum umgebaut. Und bei einem weiteren Ikea-Fan hängt der „Lack“-Tisch gar als Kunstwerk unter der Decke.

Keine Frage: Es macht Spaß, durch die einzelnen Kategorien auf „Ikea Hackers“ zu streifen, sich Anregungen zu holen, die vielen Ideen zu bewundern, die komplett Neues entstehen lassen. Doch bald ist Schluss damit: Ikea hat der Betreiberin der Seite, Jules Yap, eine Abmahnung geschickt.

Sie dürfe den Domainnamen Ikeahackers.net nur dann behalten, schreibt Yap in einer Mitteilung an alle Nutzer, wenn die Seite, die sich bislang durch Werbeeinblendungen unter anderem für Accessoires für einzelne Ikea-Produkte finanzierte, keinerlei Anzeigen mehr ausspiele. „Ich habe der Forderung nachgegeben“, so Yap weiter. Schließlich verfüge sie nicht über die finanziellen Mittel, einem Weltkonzern wie Ikea die Stirn zu bieten.


„Ich bin total fertig“

Wie enttäuscht sie von Ikea ist, daraus macht Yap, die „Ikea Hackers“ vor acht Jahren gründete und nach eigenen Aussagen „sehr an ihrer Community hängt“, allerdings keinen Hehl: „Ich bin total fertig“, schreibt die Bloggerin. Sie habe keine Probleme damit, dass Ikea seine Markenrechte verteidige. Aber warum habe ihr der Konzern gleich eine Abmahnung geschickt anstatt erstmal das Gespräch mit ihr zu suchen? „Schließlich bin ich nur eine Bloggerin, die noch dazu ganz offensichtlich auf der Seite von Ikea steht!“ empört sich Yap.

Auch die Fans der jungen Frau sind verärgert. „Das ist eine traurige Geschichte“, schreibt einer. Er selbst sei Ikea-Mitarbeiter. „Und ich weiß, dass viele Leute nur deshalb bei uns einkaufen, weil sie etwas in Deinem Blog entdeckt haben!“

Viele andere solidarisieren sich ebenfalls mit Jules Yap, wollen fortan in anderen Möbelhäusern shoppen gehen. „Ich werde jedenfalls nicht mehr bei CRAPkea kaufen“, kommentiert einer. „Ich bin sehr enttäuscht, dass Ikea nicht verstanden hat, was für ein großartige Chance es gewesen wäre, sich diese Seite als Partner ins Boot zu holen“, ein anderer.

Doch Ikea bleibt hart: Der Name und die Marke müssten korrekt verwendet werden, erklärte das Unternehmen auf Nachfrage von Handelsblatt Online. „Ikea Hackers“ könne „als Fan-Plattform ohne kommerzielle Ausrichtung“ gerne weiter bestehen bleiben. „Wenn aber andere Unternehmen den Namen Ikea für eigene wirtschaftliche Interessen nutzen, führt das zu Verwirrung, außerdem werden Urheberrechte verletzt.“

Jules Yap, die sich selbst einen „total verrückten Ikea-Fan“ nennt, argumentiert indes, sie sei Privatperson und eben kein Unternehmen. Sie habe nur deswegen begonnen, Anzeigen einzublenden, weil eine Plattform wie „Ikea Hackers“ eine Stange Geld koste.

Derzeit versucht Yap die Seite auf eine komplett neue Domain umzuziehen. Dort will sie weitermachen. Ohne Markenrechte zu verletzen. Aber mit Werbung.

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