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Adidas Eine ungemütliche Hauptversammlung

Normalerweise sind Hauptversammlungen bei Adidas eine harmonische Veranstaltung. Diesmal waren die lange erfolgsverwöhnten Aktionäre jedoch nicht begeistert.

Der Vorstandsvorsitzende des Sportartikelherstellers Adidas, Herbert Hainer (l), spricht auf der Hauptversammlung des Unternehmens. Quelle: dpa

Nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr hat die Führungsriege des Sportartikelkonzerns Adidas auf der Hauptversammlung harsche Kritik von Aktionären einstecken müssen. „Es gibt nichts zu beschönigen. Fakt ist, dass Adidas von der Konkurrenz - allen voran von Nike - in der wirtschaftlichen Entwicklung abgehängt wurde“, sagte Aktionärsvertreter Gerhard Jäger von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger am Donnerstag in Fürth.

Im Fokus der Redner standen die negativen Entwicklungen auf dem US-Markt und im Golfgeschäft, die neue Mittelfrist-Strategie sowie die Vergütung der Spitzenmanager. Mehrere Aktionärssprecher kündigten an, sich bei der Entlastung des Vorstandes zu enthalten.

Adidas und Nike im direkten Vergleich

Dabei hatte Adidas-Chef Herbert Hainer die Gemüter gleich zu Beginn seiner Rede zu besänftigen versucht. „Wir haben die finanziellen Ziele, die wir uns vorgenommen hatten, nicht erreicht“, räumte der langjährige Vorstandsvorsitzende ein. Doch dies sei nur ein vorübergehendes Formtief. Das erste Quartal 2015 habe bereits einen kräftigen Schub bei den Marken Adidas und Reebok gezeigt.

Den positiven Jahresauftakt hoben auch die Aktionäre hervor. Marco Scherer von deAWM Investment, dem Vermögensverwalter der Deutschen Bank, kritisierte aber die kürzlich vorgestellte Strategie als zu schwammig. Sein Fazit: „Adidas reagiert immer wieder auf Marktgegebenheiten, hat es aber anscheinend völlig verlernt, eigene Trends zu setzen.“

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Gleich mehrere Aktionärsvertreter bemängelten das System für die Vergütungen des Vorstandes, das eine negative Entwicklung des Gewinns und des Aktienkurses bislang nur am Rande berücksichtigte. Zum anderen hinterfragten sie die teuren Ausrüsterverträge mit Manchester United und Bayern München. Das Geld für die Clubs sei gut angelegt, versicherte dagegen Hainer. „Wir denken, dass wir mit diesem Vertrag innerhalb von zehn Jahren 1,5 Milliarden Pfund (2,03 Milliarden Euro) Umsatz machen“, sagte er mit Blick auf den ManU-Vertrag, der die Franken pro Saison 75 Millionen Pfund (101,4 Millionen Euro) kostet.

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