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Alain Caparros im Interview Rewe vor massivem Umbau

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Online-Handel bei Rewe

Wann bringen Sie Penny wieder auf Kurs?

Wir haben bis heute bereits mehr als 800 Märkte umgerüstet. Und wenn wir die Umsatzentwicklung vor und nach den Umbauten vergleichen, zeigt sich ein deutliches Plus in den modernisierten Filialen, das klar über der auch ansonsten positiven Entwicklung auf vergleichbarer Fläche liegt. Daher steigern wir das Tempo jetzt noch einmal. In diesem Jahr wollen wir 700 Penny-Märkte in Deutschland umbauen. Rein rechnerisch müssen wir mehr als zwei Märkte pro Tage renovieren.

Zu Ihren Problemfeldern zählt auch die Elektronikkette ProMarkt. In der Branche heißt es, Sie wollen Standorte schließen.

Wir prüfen alle Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation. Zum Beispiel auch die Optimierung der Filialstandorte wie in unserem Testmarkt in der Kölner Opernpassage. Tatsache ist: Die Prüfung solcher Optionen ist ergebnisoffen, und es gibt noch keine Entscheidung, wie wir weitermachen.

Was lief schief?

Bei ProMarkt haben wir den Online-Trend verschlafen – das war unser größter Fehler. Ich bin heute noch überrascht, wie schnell die Entwicklung uns überrollt hat. Im Weihnachtsgeschäft ließ sich das fast in einer Fallstudie nachvollziehen: Die Märkte waren zwar gut besucht, aber die Kunden kauften nicht unbedingt im Laden, sondern bestellten oft lieber online. Und leider viel zu häufig bei anderen Online-Anbietern.

Wie tangiert das Wachstum des Online-Handels die Rewe-Gruppe insgesamt?

Er stellt uns vor erhebliche Herausforderungen. Wer hätte gedacht, dass ein Unternehmen wie der Online-Anbieter Zalando innerhalb von wenigen Jahren seinen Umsatz auf mehr als eine Milliarde Euro steigert? Wir haben das Glück, dass die Online-Entwicklungen unser Kerngeschäft – den Lebensmittelhandel – nicht mit der Wucht und Geschwindigkeit treffen wie den Mode- und den Elektronikhandel. Hier sind dramatische Veränderungen erkennbar. Aber auch wir spüren Verschiebungen. Tiernahrung, Wein, Spirituosen oder auch Drogerieartikel und Kosmetik werden zunehmend im Netz gekauft.

Wie reagieren Sie darauf?

Zum einen wollen die Kunden in unseren Geschäften künftig nicht nur Lebensmittel kaufen, sondern wünschen mehr Service und Beratung. Wir gehen weg vom reinen Massengeschäft und versuchen, die Kunden zu Gästen zu machen. Zum anderen spielen wir im Online-Lebensmittelhandel aktiv mit.

In Arbeit
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Sie meinen den Belieferungsservice von Rewe und die Drive-in genannten Abholstationen für im Internet bestellte Lebensmittel. Werden die Online-Möglichkeiten von den Kunden denn überhaupt genutzt?

Die Drive-in-Ansätze, die in Frankreich sehr gut laufen, funktionieren in Deutschland nicht sonderlich gut. Wir entwickeln diese Konzepte zwar vorsichtig weiter, aber unser Fokus liegt auf dem Belieferungsservice. In den Ballungszentren spüren wir inzwischen eine zunehmende Bereitschaft der Menschen, via Internet Lebensmittel zu bestellen, auch wenn die Erträge noch lange nicht das Niveau erreicht haben, das wir brauchen. Den Lieferservice bieten wir mittlerweile in den Großstädten Hamburg, Berlin, Köln, Düsseldorf und Frankfurt an – außerdem im hessischen Homberg. Und im Frühsommer kommt München dazu.

Warum beteiligen Sie sich nicht an Online-Händlern?

Wir wollen innerhalb der kommenden Monate eine Art Inkubator für Startup-Unternehmen aufbauen und werden uns dabei auch an jungen Online-Firmen beteiligen. Wir haben die Online-Entwicklung zu lange unterschätzt, vielleicht auch, weil uns als stationär geprägten Händlern die DNA für das E-Commerce-Geschäft fehlt. Daher müssen wir ein Stück dieser Web-Kultur in unser Unternehmen implementieren, wobei der Bereich autonom von den Konzernstrukturen arbeiten wird. Wohin der Online-Zug fährt, weiß niemand genau, wie schnell er fährt auch nicht. Ich weiß nur, dass wir an Bord sein müssen.

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