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Aldi droht PR-Desaster Belastete Schokolade verdirbt Aldis China-Start

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„Premium-Schokolade zum fairen Discounter-Preis“

Auch Thomas Böwer ist bei der Eröffnung in Shanghai dabei. Er bleibt nicht lange und geht noch vor der Fashion-Show. Er arbeitet in Peking und leitet die chinesische Verbraucherplattform OKOer, die seit zwei Jahren in China Produkte testet. Finanziert wird das Projekt unter anderem von der ddvg, der Medienholding der SPD sowie von drei chinesischen Investoren.

Böwer hat für die Veranstaltung eine Einladung bekommen. Denn was Aldi-Chef in China Christoph Schwaiger zu dem Zeitpunkt schon weiß, während er bei der Feier über die Qualitätsmarke Aldi spricht: Böwer hat die 11 Schokoladen-Sorten getestet, die Aldi nun in China kauft. Ihre Namen flimmern an dem Abend über den Laufsteg: Moser Roth in brauner, purpurner und goldener Verpackung.

In Deutschland bewirbt das Unternehmen die Schokolade mit „Premium-Schokolade zum fairen Discounter-Preis“. Ein Model trägt ein Kleid mit dem Aufdruck der Verpackung. "Schokolade mit 85 Prozent Kakao", blitzt es von ihren Hüften. Dazu träumerische Musik und Menschen, die erzählen, warum ihnen die Qualität von Lebensmitteln für ihre Kinder besonders wichtig sei.

Das Ergebnis der getesteten Schokolade: Dreimal „ungenügend“, dreimal „mangelhaft“. In ihnen wurden Mineralölbestandteile gefunden. Die Discounter-Ware aus China wurde dafür extra nach Deutschland geflogen und in Speziallaboren geprüft. Alles nach dem gleichen Verfahren, das Ökotest auch für deutsche Lebensmittel verwendet.

Dass Böwer sich die Aldi-Schokolade ausgesucht hat, ist kein Zufall: „Wenn jemand wie Aldi neu auf den Markt in China geht und sagt, wir bringen gute Qualität, dann schauen wir uns das genauer an.“

Die umsatzstärksten Discounter Deutschlands

In der Vergangenheit sind bei mehreren Schokolade-Herstellern Mineralölbestandteile gefunden worden. Sie stammen möglicherweise aus behandelten Jutesäcken, in denen Kakaobohnen transportiert werden, so die Vermutung der Experten. „Die nachgewiesenen Mineralölbestandteile können sich im Körper anreichern und Anteile enthalten, die schon in kleinsten Mengen Krebs erregen.“ Verboten sind die Zusatzstoffe nicht. „Aber wenn man damit wirbt, gute Ware zu verkaufen, muss man so etwas verhindern“, sagt Böwer. Dies gelte vor allem bei den teilweise in der Schokolade entdeckten aromatischen Kohlenwasserstoffen (MOAH). „Da hört der Spaß auf“, so der Experte. Er will sich nicht dazu äußern, was er von der Show von Aldi an dem Abend hält, schiebt dann aber doch hinterher: „So viel zu handverlesen für dich.“

Aldi in China hat bisher auf keine Presseanfragen reagiert. Die Testergebnisse der Verbraucherplattform kursieren inzwischen in den chinesischen sozialen Netzwerken. In China geraten immer wieder ausländische Unternehmen in die Kritik, wenn chinesische Verbraucher das Gefühl haben, ihnen würden Produkte mit schlechterer Qualität verkauft.

Am Donnerstag kommentierten bereits viele Nutzer die negativen Ergebnisse. Ein Nutzer schrieb verärgert: „Wie können das deutsche Produkte sein, wenn sechs von elf schlecht sind?“

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