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Aldi gegen Lidl Das Online-Duell der Discounter

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Zurückhaltung beim Shop-Ausbau

Auf die Anfrage der WirtschaftsWoche, ob ein Ausbau des Onlinegeschäfts geplant sei, antwortet Aldi Nord nur zurückhaltend: Das Unternehmen fokussiere sich derzeit auf die bestehende Online-Dienste. Auch Aldi Süd bleibt defensiv. „Mit dem Aufbau“ eines Onlinelebensmittelshops „sind derzeit hohe Kosten und Unsicherheiten verbunden“. Das Ziel, gute Qualität zu niedrigen Preisen anzubieten, sei „mit einem Onlineshop im Moment nicht erfüllbar“.

Wo es beim Online-Lebensmittelhandel hakt

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    Lidl klingt da deutlich angriffslustiger: „Permanent“, würden „neue Kategorien und Themenwelten auf ihre Onlinetauglichkeit“ getestet, sagt eine Sprecherin. Mittlerweile verkaufen die Neckarsulmer Technikartikel, Bekleidung, aber auch lebensmittelnahe Produkte wie Weine, Kosmetik und Putzmittel online. Die bisherige Bilanz: „Wir sind mit der aktuellen Entwicklung unseres Onlinegeschäfts sehr zufrieden.“

    Die Sichtbarkeit

    Das Lidl beim Thema Online-Handel Tempo macht – zumindest weitaus mehr als Aldi – wird auch deutlich bei der Optimierung des Onlineauftritts für Internetsuchmaschinen (Search Engine Optimization/SEO).  Der sogenannte Sistrix-Wert, ein Maßstab für die Sichtbarkeit einer Web-Seite im Netz, erreicht bei Lidl derzeit 58,6 Punkte, Aldi Süd kommt auf 17,4, Aldi Nord nur auf 5,4 Punkte.

    Der Abstand ist erheblich und bedeutet, dass ein Kunde, der etwa bei Google nach neuen Produkten fahndet, eher auf Lidl als auf Aldi stößt.  „Lidl hat offenbar gezielt SEO betrieben und konnte seine Sichtbarkeit bei Google  in den letzten Jahren kontinuierlich steigern“, sagt Sistrix-Experte Hanns Kronenberg.

    Die Folge: Sucht ein Google-Nutzer etwa nach Begriffen wie „Druckerpatronen", „Gasgrill" oder „Bettwäsche“ wird Lidl in den Trefferlisten meist weit oben aufgeführt – und entsprechend häufig angesteuert. 

    Handel



    Gleich in mehreren Disziplinen, die für das Google-Ranking relevant sind, liegt Lidl vorn: So wird von insgesamt knapp 4200 externen Internetseiten auf die Seiten der Neckarsulmer verlinkt. Auf Aldi Süd verlinken dagegen 3100 Domains, auf Aldi Nord gar nur 1600 Seiten.

    Der Sieger
    Die Bilanz fällt eindeutig aus: Lidl düpiert den ewigen Rivalen Aldi im Netz nach Kräften und der Abstand dürfte noch wachsen. Die enorme Reichweite von Aldi, die den Glanz und die Beliebtheit der Marke bei den Verbrauchern widerspiegelt, verpufft ungenutzt.

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