Alnatura, dm, Edeka Alnatura-Produkte gibt es ab Oktober bei Edeka

Nachdem die langjährige Partnerschaft zwischen der Drogeriekette dm und Alnatura zerbrochen ist, setzt der Bio-Spezialist zum Konter an – und beliefert nun Edeka.

Firmenlogo von Edeka Quelle: dpa

Es war eine ungewöhnliche Partnerschaft. Jahrelang war Alnatura der Haus- und Hof-Lieferant für die Bio-Produkte der Drogeriemarktkette dm. Dm-Mitgründer Götz Werner war es schließlich, der Alnatura-Frontmann Götz Rehn beim Start des Bio-Unternehmens unterstützt hatte. „Ohne ihn hätte ich es damals nicht geschafft“, sagte Rehn Jahrzehnte später. Gemeinsam wuchsen die Unternehmen zu Konzernen heran, zudem sind die beiden Gründer verschwägert und teilen ihre anthroposophische Überzeugung.

Die Partnerschaft mit der Drogeriemarktkette brachte Alnatura deutschlandweite Verbreitung, hohe Bekanntheit und starke Absatzzahlen.

Die erfolgreichsten Handelsmarken in Deutschland

Doch schon seit geraumer Zeit knirschte es zwischen den Partnern. Rehn schied aus dem dm-Aufsichtsrat aus. Die Drogeriekette stockte ihr Bio-Sortiment um Eigenmarken auf und verbannte sukzessive Alnatura-Produkte aus den Regalen. Ein schwerer Schlag für die lange Marken-Freundschaft.

Nun erfolgt offenbar die finale Trennungsschritt der einst exklusiven Zusammenarbeit: Alnatura dockt bei einem neuen Handelspartner an. Ab Oktober wird es Bio-Lebensmittel und Baby-Artikeln von Alnatura in allen Edeka-Märkten geben, teilte der Händler mit. „Mit Alnatura haben wir zukünftig eine weitere starke Marke im Sortiment, die uns nicht nur im Bio-Segment vom Wettbewerb differenzieren wird“, so Edeka-Chef Markus Mosa. Zuvor hatte die „Lebensmittelzeitung“ über die Partnerschaft berichtet. 

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Zum Start werden demnach 200 Alnatura-Produkte Edekas Regale zieren. Zug um Zug soll das Alnatura-Angebot in den Märkten dann auf 400 Produkte wachsen. Beide Seiten würden zudem Potenzial für weitere Listungen sehen. 

Für Alnatura ist der Schritt ein Befreiungsschlag. Statt des größten Drogeriemarktes hat das Unternehmen nun den größten Lebensmittelhändler des Landes als Handelspartner gewonnen und dürfte die verlorenen dm-Umsätze mindestens kompensieren.

Zwar verkauft das Unternehmen seine Produkte auch in eigenen Läden – in diesem Jahr soll die 100. Filiale eröffnet werden. Nach Unternehmensangaben wurde zuletzt rund die Hälfte des Umsatzes über externe Handelspartnern generiert - vor allem dm.

Die Drogeriekette führte mehr als 600 Alnatura-Produkte in ihren Läden. Spannend wird nun, wie weitere Handelspartner – etwa die hessische Supermarktkette Tegut – auf den Vorstoß reagieren. Die Kooperation zwischen dm und Alnatura war für Tegut nicht bedrohlich. Mit dem neuen Kernvertriebspartner Edeka wird nun allerdings ein direkter Konkurrent beliefert.

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