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Alno-Insolvenz Bauknecht weiß, was Insolvenzverwalter wünschen

Exklusiv
Bauknecht und die Alno-Insovenz Quelle: imago images

Im Sommer 2017 meldete der Küchenbauer Alno Insolvenz an. Jetzt hat die Pleite auch ein Nachspiel für die Bauknecht-Mutter Whirlpool.

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Die Insolvenz des Küchenherstellers Alno hat für den amerikanischen Hausgerätehersteller Whirlpool ein teures Nachspiel, berichtet die WirtschaftsWoche. Insgesamt 52,75 Millionen Euro zahlen die Amerikaner, um den juristischen Streit mit Alno-Insolvenzverwalter Martin Hörmann beizulegen. Das geht aus dem jüngsten Finanzbericht des Konzerns hervor. Der Insolvenzverwalter hatte demnach umfangreiche Ansprüche gegen die Whirlpool-Tochter Bauknecht geltend gemacht. Er warf dem Management des früheren Alno-Großaktionärs vor, früh von der desolaten Lage bei dem Küchenhersteller gewusst zu haben.

Zudem hatte der Verwalter den Verdacht geäußert, dass Alno über Jahre hinweg Elektrogeräte von Bauknecht erworben habe, die „über den Preisen für vergleichbare Konkurrenzprodukte lagen“, heißt es in einem früheren Bericht des Insolvenzverwalters.

Schon vor der Vergleichszahlung von Whirlpool konnte Hörmann zahlreiche Anfechtungsansprüche durchsetzen und so insgesamt bereits 26,3 Millionen Euro geltend machen. Dem Vernehmen nach will der Verwalter auch Forderungen gegen das frühere Management und weitere Beteiligte durchsetzen. Ein Sprecher der Insolvenzverwaltung wollte sich dazu nicht äußern.

Das Traditionsunternehmen Alno hatte im Juli 2017 einen Insolvenzantrag gestellt und später aus Geldmangel die Produktion eingestellt. Nach einem zähen Verkaufsprozess übernahm schließlich die britische Investmentgesellschaft Riverrock für rund 20 Millionen Euro wesentliche Teile des Unternehmens wie das Stammwerk in Pfullendorf, Maschinen und auch die Markenrechte. Der Finanzinvestor hatte Alno nach der Insolvenz einen Massekredit über sechs Millionen Euro gewährt und damit dazu beigetragen, dass der Geschäftsbetrieb zumindest zunächst aufrechterhalten werden konnte.

Das Unternehmen ist inzwischen deutlich geschrumpft. 2016 hatte die Alno AG noch 1600 Mitarbeiter, heute sind es gut 320 am Standort Pfullendorf. Tochtergesellschaften im Ausland gibt es nicht mehr. Vor Kurzem hatte ein Chefwechsel in Pfullendorf in der Branche für Aufsehen gesorgt. Das Unternehmen kündigte an, dass sich der bisherige Chef der Neuen Alno GmbH, Thomas Kresser, zurückzieht. Die Geschäftsführung bestehe künftig aus Jochen Braun, zuständig für Finanzen und Produktion und Michael Spadinger, verantwortlich für Vertrieb und Einkauf. Beide hätten die Neuausrichtung bereits 2019 maßgeblich begleitet. Gründe für den Wechsel nannte das Unternehmen nicht. Kressers Rückzug sei nach dem Neuaufbau der vergangenen zwei Jahre planmäßig erfolgt.

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