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Amazon Worauf Jeff Bezos sein Geld setzt

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Die Säulen von Amazons Erfolg

Laut Jeff Bezos ruht Amazon auf drei Säulen:

1. Amazon Prime
Das Kaufabonnement Prime, erlaubt den Kunden schnellere Lieferung und Zugriff auf die Film- und Musikdatenbank. Wer das in Deutschland für 69 Euro jährlich abschließt, bekommt viele Bestellungen gratis und am nächsten Tag geliefert, kann in Amazons Leihbücherei Literatur für den Kindle runterladen, Videos und Musik per Streaming hören. In Berlin und München kommen Prime-Kunden sogar in den Genuss der Zustellung von Waren am gleichen Tag.

2. Amazon Web Services (AWS)
AWS ist das Rückgrat inzwischen zahlloser Unternehmen, die ihre digitalen Prozesse Amazons Servern anvertrauen, darunter in Deutschland unter anderem DB Regio, die IT ihrer sieben regionalen Rechenzentren über Amazons Cloud-Dienste bündeln möchte. Die Serverdienstleistung erwirtschaftet allein mehr als die Hälfte des Gewinns von Amazon.
In dem Segment tummeln sich mit IBM, Google und Microsoft vermeintlich technischere Unternehmen. Mit 30 Prozent Marktanteil steht Amazon jedoch einsam an der Spitze, knapp dreimal so groß wie sein unmittelbarer Verfolger Microsoft.

3. Marketplace
Das ist jener für den Kunden erst auf den zweiten Blick erkennbare Handelsplatz, auf dem Händler ihre Waren via Amazon-Homepage anbieten. Wie wichtig es für Amazon ist, diesen virtuellen Marktplatz mit tausenden von unabhängigen Händlern lebendig zu halten, zeigt allein die Investition von rund drei Milliarden US-Dollar in den indischen Markt und setzt die dortigen Wettbewerber Flipkart und Snapdeal unter Druck.

Die drei Säulen ruhen aber auf etwas, das in der Biographie des Ingenieurs Bezos zu finden ist: Innovative Technologie. Und eines der großen gesellschaftlichen Themen versucht Amazon für sich zu nutzen und gleichzeitig mit eigenen Technik weitere Unternehmen an sich zu binden: Künstliche Intelligenz.

Die zehn besten Sprachbefehle
Sprechen statt Tippen Quelle: Fotolia
„Alexa, leiser!“ Quelle: dpa
„Alexa, was steht in meinem Kalender?“ Quelle: dpa
Für diejenigen, die Filmdienste wir Netflix oder Amazon Prima abonniert und Fire TV haben, durchsucht Alexa alles gleichzeitig nach beispielsweise Bruce Willis. Die Wiedergebe lässt sich mit Befehlen wie „Pause!“ oder „Nächste Episode“ steuern. Quelle: AFP
„Alexa, wie ist das Wetter in Rom?“ Quelle: dpa
„Alexa, was gibt es Neues?“ Quelle: Handelsblatt
„Alexa, wie hat Schalke 04 gespielt?“ Quelle: dpa

Das am 26. April von Amazon vorgestellte Gerät „Alexa Look“ lässt erahnen, wohin die Reise geht. Die Weiterentwicklung des Sprachassistenten Amazon Echo hat wie dieser ein Mikrofon und kann via Sprachsteuerung Bahnverbindungen raussuchen und Geschirrspültabs nachbestellen. Verbaut ist aber auch eine Kamera. Vor die soll sich der Kunde in seiner Kleidung stellen und Alexa Look gibt dann Tipps, ob die Auswahl gut aussieht oder nicht. Ein Stilberater aus dem Computer.

Dahinter steckt AI – Artificial Intelligence. Jene Künstliche Intelligenz, die in der Lage ist, aus enormen Datenmengen sinnvolle Hinweise zu erstellen. Schon die sprachgesteuerte Bestellung erfordert einen technologisch anspruchsvollen Algorithmus. Die ästhetische Bewertung eines Outfits für die besonders Eitlen der Generation Selfie, basierend auf grundlegenden Regeln der Farbkombination, Modetrends und Vorgaben durch menschliche Stilberater per Computer – eine gewaltige Herausforderung für eine Software. Eines der wichtigen Unternehmen für Spracherkennung, Evi Technologies, hat Amazon bereits 2013 gekauft.

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