Amazon Marketplace Mit Amazon die Welt erobern

Auf dem Marketplace lockt Amazon kleine Händler mit enormer Reichweite und hohen Umsätzen. Immer häufiger hilft der Online-Riese auch bei der Expansion ins Ausland. Doch das Geschäft mit den Marktplätzen ist schnell und rau. Für die Anbieter kann das Angebot zur Falle werden.

Amazons Expansionspläne für Marketplace-Anbieter. Quelle: Marcel Stahn

Bei Danto hatten sie die Nase vom langsamen Wachstum voll. Statt seine Pfannen und Küchengeräte nur in Deutschland zu verkaufen, beschloss der Online-Händler aus Rosenheim sie in die Welt versenden. Spanier sollen ihre Paella in Pfannen machen, die sie von Danto haben. Italiener ihre Nudeln Schüsseln aus Deutschland anrichten.

„Europa wird in den nächsten Jahren immer weiter zusammenwachsen und wir wollen unseren Teil dazu beitragen, indem wir bereits jetzt unsere Produkte allen Europäern zur Verfügung stellen“, sagt Marc Binder, bei dem Küchenutensilien-Händler verantwortlich für das Online-Geschäft.

Die 10 größten Onlinehändler in Deutschland
Apple Quelle: AP
Alternate.de Quelle: Screenshot
Platz 8: Conrad.de Quelle: Screenshot
Tchibo.de Quelle: dpa
Platz 6: Bonprix.de Quelle: Screenshot
Cyberport.de Quelle: Screenshot
Platz 4: Notebooksbilliger.de Quelle: Screenshot

Die Verlockung ist groß. Das Wachstum im Onlinehandel wird langsamer, die Konkurrenz größer und der Preiskampf härter. Während immer mehr fremde Händler etwa aus Großbritannien und Asien auf den deutschen Markt drängen, hoffen heimische Anbieter anderswo Kunden zu finden.

An Amazon führt kein Weg vorbei

Schon der Gang in die Nachbarländer kann sich lohnen. Bis 2018, rechnet der Onlinehandel-Branchenverband EMOTA vor, dürfte der grenzübergreifende Handel in Europa 20 Prozent des weiterhin steigenden Onlinehandelsumsatzes ausmachen: insgesamt 116 Milliarden Euro pro Jahr. In den USA, China oder Japan warten weitere Millionen potentieller Kunden.

Doch die Hürden sind hoch. Sprachbarrieren und andere Gesetze hemmen die schnelle Expansion. Vor Ort eine eigene Logistik aufzubauen, kostet Zeit und Geld. Was in Deutschland für kleine Händler noch zu bewältigen ist, wird spätestens in Übersee zur kaum stemmbaren Aufgabe.

Die teuersten Amazon-Übernahmen

„Wer als Händler von Deutschland aus ins Ausland geht, stößt schnell auf Schwierigkeiten“, sagt Binder und setzt in dieser Situation ausgerechnet auf einen, der sonst als Untergang der Händler verschrien ist. Über den Amazon Marketplace verkauft er für Danto derzeit nicht nur in Deutschland, sondern auch in Italien, Frankreich und Spanien. Binder: „Mit Amazon ist es einfach, in einen neuen Markt zu gehen – die übernehmen den Kundenservice und die Logistik für uns.“

Während auch andere Online-Marktplatz-Giganten wie Ebay damit werben, den Händlern beim Aufbau eines globalen Geschäfts zu helfen, führt an Amazon derzeit anscheinend kein Weg vorbei. Die Marktplatz-Plattformen des Handelsgiganten sorgen dafür, dass die Produkte auf den jeweiligen Landesseiten gelistet werden.

Das sind die teuersten Amazon-Produkte
Die US-Website Gizmodo hatte ihre User aufgefordert, die teuersten Amazon-Fundstücke einzuschicken. Hier sind die Top sieben, für die Kunden des Onlinehändlers bis zu mehreren Millionen Dollar ausgeben können. Quelle: dpa
KaviarNoch vergleichsweise günstig kommen Gourmets davon, die über Amazon bei "Just Caviar" vier Pfund (rund 1,8 Kilogramm) Kaviar kaufen. Sie müssen dafür "nur" 18.773 Dollar (13.800 Euro) zahlen. Der Versand ist gratis. Quelle: Screenshot
SammelkartenWer kann bei einer Michael Jordan-Sammelkarte für 35.000 Dollar (25.726 Euro) schon nein sagen? Quelle: Screenshot
AutogrammkartenFür nicht einmal 50.000 Dollar mehr gibt es schon eine von Mickey Mantle handsignierte Baseball-Autogrammkarte. Laut Artikelbeschreibung sparen Käufer 5000 Dollar. Quelle: Screenshot
InstrumenteAuch Musikliebhaber werden fündig: Für 169.000 Dollar (124.220 Euro) gibt es gleich zwei antike italienische Bratschen - allerdings gebraucht. Quelle: Screenshot
SpielzeugOder doch lieber etwas für die lieben Kleinen? Dieser Händler verkauft ein Spielzeugauto samt Fahrer für unschlagbare 999.999 Dollar. Quelle: Screenshot
SammlermünzeBei einem aktuellen Goldpreis von 1312 Dollar pro Unze ist diese Münze mit einem Preis von 3,75 Millionen Dollar (für nicht ganz eine Unze Gold) eher ein Liebhaberstück als ein Schnäppchen. Quelle: Screenshot

Nicht nur, dass das Portal dann gut über die Google-Suche zu finden ist: Fast ein Drittel aller Produktsuchen im Netz beginnt mittlerweile direkt auf den Amazon-Seiten. Einige Händler berichten von gewaltigen Umsatzsprüngen: der bisherige Absatz mal zwei, drei oder vier.

Wer will, lässt – gegen Gebühr – seine ganze Logistik von dem Konzern übernehmen. „Fulfillment by Amazon“, heißt das im Konzernsprech. Der Händler schickt seine Waren einmal an das Amazon-Logistikzentrum. Dort wird sie so gelagert, bearbeitet und versendet.

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