Amazon-Technikchef "Eines Tages so groß wie unser Handelsgeschäft"

Exklusiv

Der Technik-Chef von Amazon will mit Datenmanagement und Speicherplatz im Internet so viel verdienen wie mit dem Verkauf von Büchern.

Werner Vogels Quelle: LAIF/REA

WirtschaftsWoche: Herr Vogels, die Datenmengen wachsen seit Jahren. Doch plötzlich reden alle von Big Data. Ist das nicht nur ein Modewort, um neue Produkte zu verkaufen?

Vogels: Nein, es ist ein fundamentaler Wechsel. Natürlich gibt es Datenanalyse seit Jahren, früher hieß das business intelligence. Doch die Menge der Daten und die Art, wie sie genutzt werden, ändern sich dramatisch. Viele junge Unternehmen wie Yelp oder Foursquare sammeln von Anfang an Kundendaten und analysieren, ob sie richtig auf deren Bedürfnisse eingehen und wie sie ihr Geschäft verbessern können. Das war vor fünf Jahren undenkbar.

Ab wann sind Daten denn big?

Das kann man so nicht sagen, Nummern sind da auch nicht entscheidend. Wichtig ist das Prinzip, so viele Daten wie möglich zu nutzen, um sich damit einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. Unterschiedlich im Vergleich zu früheren Methoden ist auch die iterative, also wiederholende Analyse: Schon während eine Untersuchung läuft, kann man die Frage verfeinern und so die Analyse immer weiter optimieren.

Die 10 größten Onlinehändler in Deutschland
Apple Quelle: AP
Alternate.de Quelle: Screenshot
Platz 8: Conrad.de Quelle: Screenshot
Tchibo.de Quelle: dpa
Platz 6: Bonprix.de Quelle: Screenshot
Cyberport.de Quelle: Screenshot
Platz 4: Notebooksbilliger.de Quelle: Screenshot
Platz 3: Zalando.de Quelle: dpa
Platz 2: Otto.de Quelle: dpa
Amazon.de Quelle: dpa

Was bringt das den Unternehmen?

Früher wurden Analysen mit strukturierten Daten durchgeführt. Man hatte konkrete Fragen und hat seine Informationen entsprechend gesammelt und aufbereitet. Doch 80 Prozent aller Daten weltweit sind unstrukturiert. Mit den neuen Werkzeugen kann man auch unstrukturierte Daten aus mehreren Quellen auswerten.

Amazon hat erst Bücher verkauft, inzwischen wird das Geschäft mit Speicherplatz im Internet und anderen Cloud-Computing-Diensten immer wichtiger. Wollen sie künftig IBM, SAP & Co. Konkurrenz machen?

Unternehmen wie SAP sind selbst Kunden auf unserer Plattform. Wir stellen die Infrastruktur rund um Big Data zur Verfügung, damit sich unsere Kunden auf ihre Analyse-Dienstleistungen konzentrieren können. Das richtige Datenbankmanagement kann schnell zum Albtraum werden. Das nehmen wir mit cloud-basierten Angeboten ab.

Inhalt
Artikel auf einer Seite lesen
© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%