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Amazons Bestseller Welche Produkte während der Coronakrise boomten

Amazon: Welche Produkte während der Coronakrise boomten. Quelle: AP

Eine exklusive Analyse zeigt, welche Produkte bei Amazon zu Bestsellern wurden, während die meisten Einzelhandelsgeschäfte schließen mussten.

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Der boomende Handel im Internet hat dem Onlinekonzern Amazon in der Coronakrise einen starken Geschäftszuwachs beschert. Allein im ersten Quartal stieg der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert um 26 Prozent auf 75,5 Milliarden Dollar (68,9 Milliarden Euro).

Auch in Deutschland zog das Geschäft massiv an. Eine Auswertung des Unternehmens Sellics, dessen Software weltweit für Amazon-Werbemaßnahmen und Analysen eingesetzt wird, zeigt nun, bei welchen Produktgruppen Amazon besonders große Umsatzschübe verzeichnete – und wie sich die Zahlen nach dem Ende des Lockdowns entwickelt haben.

„Der Lockdown-Effekt hat beispielsweise dafür gesorgt, den Abverkauf einiger Produktgruppen wie Gartenbedarf, Home-Entertainment oder Home-Office-Tools zu steigern“, sagt Thomas Ropel, Chief Marketing Officer von Sellics. Aber auch die Umsätze mit Produkten wie Büchern, Spielzeug und Lebensmitteln zogen laut seinen Daten zeitweise extrem an. Exemplarisch dafür steht die Produktgruppe ‚Garten‘, die Artikel wie Grills, Rasenmäher und Heizstrahler umfasst. Um die Entwicklung abzubilden, haben die Sellics-Experten den durchschnittlich geschätzten Wochenumsatz in den ersten sechs Wochen 2020 als Referenzgröße genommen. Die Umsätze in diesem Zeitraum entsprechen somit dem Indexwert 100.

Bereits bis Mitte Februar stiegen die Umsätze demnach deutlich an. Der richtige Schub setzte jedoch erst ein, als Ende Februar das Corona-Virus auch in Deutschland als echte Gefährdung wahrgenommen wurde. In der Folge erreichte der Indexwert die Marken 200 bis 300 und schraubte sich Ende März sogar auf knapp 500 hoch. Kurz vor dem Osterfest wurde der Höchststand von 546 Indexpunkten erreicht – also eine erhebliche Umsatzsteigerung im Vergleich zu den Werten zum Jahresanfang. Das dürfte zwar teils an dem saisonalen Verkaufsmuster der Gartenprodukte liegen, zeigt sich in ähnlicher Form aber auch bei anderen Warengruppen wie Computer- und Videospielen.

Mit Öffnung vieler Läden nach dem 20. April bröckeln die Umsätze in Amazons Gartenbereich ebenso wie bei Büchern und Computerspielen wieder, wenngleich die Zahlen auch nach dem Ende der Ladenschließungen auf hohem Niveau bleiben.

Ob der E-Commerce langfristig als Gewinner aus der Krise geht, lässt sich allerdings nur schwer abschätzen, da die Entwicklung auf dem Markt sehr dynamisch verläuft, sagte Ropel.

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