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Angst vor Verschmutzung Brauereien warnen vor Fracking

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Fracking in Frankreich verboten


Nachdem eine Einbringung des Gesetzes wegen Widerstands in der Union mehrfach verschoben worden war, soll es - wenn alles klappt - nun bis 29. Mai vom Kabinett und bis 28. Juni vom Bundestag beschlossen werden. Zwei Tage vor der Bundestagswahl soll am 20. September der Bundesrat entscheiden. Doch SPD und Grüne pochen auf ein Moratorium, bis ein Einsatz ohne giftige Chemikalien möglich ist.

In den USA wird Fracking bereits stark eingesetzt und führte dort zu einem neuen Gas-Boom. In Europa stößt die Technik nicht nur in Deutschland auf Widerstand. In Frankreich, wo es ebenfalls große Vorkommen an Schiefergas geben soll, ist die Technik verboten. EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat jedoch EU-weite Regeln zum Fracking noch in diesem Jahr in Aussicht gestellt. Er warnt vor zu viel Furcht. „Wenn wir Probebohrungen zulassen, werden wir in einigen Jahren weit klüger sein und auch über die Kosten besser Bescheid wissen. Das muss man einem Ingenieurland wie Deutschland dringend raten.“

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Fracking ist übrigens keine neue Methode. Seit den Sechzigerjahren haben Unternehmen wie Exxon das Verfahren in Deutschland rund 320 Mal zur Erdgasförderung genutzt – ohne bekannte negative Auswirkungen. Schiefergas liegt in Deutschland mit 1500 bis 2000 Metern allerdings weniger tief als herkömmliche Reserven.

Dennoch sind sich Geologen wie Martin Sauter von der Universität Göttingen sicher, dass keine Fracking-Flüssigkeiten ins Grundwasser gelangen können: „Dafür fehlen die Triebkräfte, die die Flüssigkeit nach oben drücken“, sagt er. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) sieht das ähnlich: Generell sei „ein umweltverträglicher Einsatz der Technik möglich“. Ein größeres Problem ist die Fracking-Flüssigkeit, die aus der Tiefe durch das Bohrloch wieder an die Oberfläche kommt. Sie enthält natürliche radioaktive Stoffe aus dem Schiefergestein. Der Rösler-Altmaier-Vorschlag verlangt daher eine professionelle Entsorgung.

Mit Material von dpa

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