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Antizyklisch einkaufen Kaufen, wenn es keiner braucht

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Preise von Edelmarken sind stabil

Wie wir zur Weihnachtszeit das Geld ausgeben
Die Einkaufsgewohnheiten in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, den USA, Kanada und Australien hat zur Vorweihnachtszeit das Portal deals.com ausgewertet. Insgesamt wurden in den Ländern über 720 Milliarden Euro ausgegeben. Quelle: dpa
Alleine in Deutschland sind über 73 Milliarden Euro über die Ladentheke gegangen. Davon wurden 13,9 Prozent bei Einkäufen über das Internet ausgegeben. Das entspricht einem Wachstum von 16,6 Prozent gegenüber 2012. Dabei geben die Bundesbürger vor allem Geld für Geschenke aus (56 Prozent). 31,4 Prozent fließen in Essen und Getränke und 4,7 Prozent in die Dekoration. Besonders wenig Geld geben die Deutschen im Ländervergleich für Reisen aus. Nur 7,4 Prozent des Weihnachtsbudgets werden dafür investiert. Der Deutsche bleibt Heilig Abend also am liebsten Zuhause. Quelle: dpa
Auch den Weihnachtseinkauf erledigt der Deutsche immer lieber vom Sofa aus. Das Shopping per Tablet ist im Vergleich zum Vorjahr um satte 500 Prozent angestiegen. Smartphones konnten ein Wachstum von 115,8 Prozent verbuchen. Dagegen wuchs das Geschäft über den stationären PC mit lediglich 11,9 Prozent. Quelle: obs
Großbritannien: Vor allem für Geschenke geben die Briten ihr Geld aus. 58,3 Prozent des Budgets wandert in Präsente für die Lieben. 3,5 Prozent geben die Inselbewohner für Deko, 9,8 Prozent für Reisen und 28,4 Prozent für Essen und Getränke aus. Quelle: dpa
Frankreich: So schön der Baum vor der Kathedrale Notre Dame in Paris auch funkelt, privat sind die Franzosen in Sachen Dekoration eher sparsam. Gerade einmal 3,3 Prozent ihres Budgets gehen für Christbaumkugeln und Co. drauf. 56,4 Prozent werden für Geschenke ausgegeben, während durchschnittliche 28,4 Prozent in die Küche wandern. 9,0 Prozent fließen in Reisen. Quelle: REUTERS
Die Niederländer bewegen sich mit ihren Ausgaben im Ranking in nahezu allen Kategorien im Mittelfeld (Geschenke: 52,3 Prozent, Reisen: 8,1 Prozent, Dekoration: 4,1 Prozent). Doch ausgerechnet beim Essen schlagen die sonst so Käsebrot und Milch verliebten Holländer zu. Mit 35,5 Prozent der Ausgaben für Essen und Getränke führen sie in dieser Kategorie das Ranking an. Quelle: REUTERS
Die Amerikaner haben 2013 umgerechnet über 430 Milliarden Euro für die Weihnachtszeit ausgegeben. Damit führen sie alleine schon aufgrund der Größe der USA das Ranking bei den Gesamtausgaben an. Das meiste Geld fließt auch hier mit 54,8 Prozent des Budgets in Geschenke. 24,4 Prozent werden in Essen und Getränke investiert, 16,5 Prozent in Reisen und 4,3 Prozent in Dekorationen. Quelle: REUTERS

Andere Produkte haben einen ganz eigenen Preiszyklus, unabhängig von Weihnachten. Dort hängen die Preise von bestimmten Ereignissen, Innovationskraft der Branche, der Wettbewerbssituation oder schlicht der Witterung abhängen. Wer den Rhythmus in der Preisgestaltung für die verschiedenen Produktgruppen kennt, kann eine Menge Geld sparen. Bei vielen Alltagsgegenständen oder Dienstleistungen liegt das auf der Hand: Zum Beispiel sind Mäntel oder die Skiausrüstung im Frühjahr deutlich günstiger, Fahrräder, Campingartikel oder Swimmingpools hingegen im Winter besonders preiswert. Die Kunststoffschwimmbecken sind dann etwa 18 Prozent, Schlafsäcke um 13 Prozent und Bootssportartikel sogar 34 Prozent billiger.

Noch offensichtlicher sind die großen Preisunterschiede bei Urlaubsreisen. Wer den Winterurlaub im Sommer und den Sommerurlaub im Winter bucht, kann sehr viel Geld sparen. Wer den Zeitpunkt verpasst, zahlt entweder drauf oder muss auf ein Lastminute-Angebot der Reiseveranstalter hoffen. Dann aber ist die Auswahl sehr begrenzt und das Wunschhotel vielleicht schon ausgebucht.

Einfluss der Jahreszeiten und merkwürdige Ausnahmen

So manches kaufen wir erst, wenn wir es brauchen, es gibt also Phasen hoher und niedriger Nachfrage. Motorräder etwa sind im Frühjahr, wenn es warm wird, gefragt. Günstig sind sie im Winter, wenn es etwa im Januar richtig kalt wird. Dann ist die Nachfrage niedrig – vielleicht allein deshalb, weil dann die Käufer wenig Lust auf eine Probefahrt verspüren. Auch Gartenmöbel und -geräte, Campingartikel oder Klimaanlagen sind im Winter naheliegender Weise billiger.

Aber es gibt auch erstaunliche Ausnahmen von der sonst plausiblen Preisentwicklung. So hat eine Analyse von guenstiger.de im Sommer ergeben, dass ausgerechnet Rasenmäher im Sommer billiger sind, im Winter im Schnitt hingegen 13 Prozent mehr kosten. Kurioserweise sind auch Grills (minus vier bis fünf Prozent), Kühlboxen (-16 Prozent), Inlineskates (-15 Prozent), die Tauchausrüstung (-17 Prozent) oder Motorradbekleidung (- neun Prozent) im Sommer preiswerter. Autoreifen sind laut Engelbarts im November besonders günstig: „Die starke Konkurrenzsituation führt dazu, dass auch Winterreifen im November und Dezember günstig zu bekommen sind, obwohl sie stark nachgefragt werden.“

Was Deutsche am meisten zurückschicken

Nachfolgemodelle bestimmen Preiszyklus

Je nach Produkt beeinflussen auch das Erscheinen neuer Modelle oder große Messen die Preiszyklen. Das Phänomen ist vor allem bei Computer- und Unterhaltungselektronik zu beobachten. Diese Produkte sind generell in den Monaten Januar und Februar bereits günstiger als in der Weihnachtszeit, Tiefstpreise werden oft im Sommer erreicht. Nach einer Analyse von guenstiger.de sind dann einzelne Modelle auch bis 30 Prozent billiger zu bekommen. Wer mit dem Kauf wartet, bis das Nachfolgemodell erscheint, kann mit dem Vorgänger unter Umständen nochmals sparen, solange Restbestände abverkauft werden. Hierbei haben auch Messen wie die Internationale Funkausstellung (IFA), die Computermesse CeBit oder die Mobilfunkmesse Mobile World Congress großen Einfluss auf die Preise. Produktneuheiten sind dann besonders teuer. So haben zum Beispiel ein Fernseher von Philips oder eine Digitalkamera von Olympus bei ihrer Vorstellung auf der Internationalen Funkausstellung gleich doppelt soviel gekostet, wie die Vorgängermodelle. „Bei neuen Smartphone-Modellen wird die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers in der Regel schon vier Wochen später unterboten. Drei bis vier Monate nach dem Marktstart ist dann oft der ideale Zeitpunkt für den Kauf gekommen. Dann können Käufer bis zu 30 Prozent sparen“, sagt Jagiello von guenstiger.de.

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Ohne Saison - Edelmarken und Notebooks

Zum Glück gibt es auch noch Produkte, bei denen Käufer im Hinblick auf den Kaufzeitpunkt wenig falsch machen können. „Beispielsweise sind E-Book-Reader von den Preisschwankungen vor und nach Weihnachten überhaupt nicht betroffen“, stellt Jagiello fest. Auch die Preise von Notebooks, Ultrabooks oder Computer zeigen kaum zyklisches Verhalten. Kaum sind neue Modelle auf dem Markt, sind auch schon die alten Modelle aus den Regalen und meisten Online-Shops verschwunden. Käufer ohne Kalender im Blick sollten also höchstens auf angekündigte Nachfolgemodelle achten.

Ähnlich stabil sieht sparwelt.de-Geschäftsführer Engelbarts die Preise von Edelmarken: „Marken wie Apple, Hugo Boss oder Rimowa-Koffer bemühen sich intensiv darum, ihre Preise stabil zu halten. Lediglich vereinzelt gewährt hier mal ein Händler einen höheren Rabatt im Rahmen einer Sonderaktion.“ Meist seien diese Aktionen aber auch schnell wieder vorüber. Wer eine teure Marke im Visier hat, kann also nicht viel falsch machen. Der Preis wird immer vergleichsweise hoch sein.

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