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Anton Schlecker Showdown in Saal 18

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Die Zeugen

Wer sich 26 Verhandlungstage Zeit nimmt, kann viele Menschen kennenlernen. Das hat das Gericht vor, die Liste der Zeugen ist lang.

Geladen sind mehrere ehemalige Schlecker-Manager der zweiten Ebene, darunter die Verantwortlichen für Einkauf, Vertrieb, Logistik und Finanzen. Es sind Menschen, die eng mit der Familie Schlecker zusammengearbeitet haben und die Auskunft darüber geben können, wie es im Inneren des Führungszirkels ablief.

Ihre Aussagen könnten entscheidend für die Fragen sein, wie lange Anton Schlecker wirklich an die Rettung seines Unternehmens glaubte und ob bei den Geschäften mit seinen Kindern alles legal zuging.

Führende Drogeriemarktketten

Neben Ermittlern der EG Watte und Sachverständigen soll im Prozessverlauf auch Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz aussagen. Er kümmert sich um die Überreste des Imperiums und kennt die Zahlen aus der Zeit des Niedergangs wie kaum ein anderer

Über den gefallenen Drogeriekönig sagte Geiwitz der WirtschaftsWoche im Vorfeld: „Schlecker war – wie viele andere Patriarchen in der deutschen Wirtschaft – sicherlich beratungsresistent und hat zu spät auf die Krise seines Unternehmens reagiert. Aber Herr Schlecker hat sich nicht aus der Verantwortung gestohlen.“

Der Richter

Über Schleckers Schicksal entscheiden wird am Ende Roderich Martis. Der 55-Jährige ist Richter am Landgericht Stuttgart, zuständig für die 11. Strafkammer und Experte für Wirtschaftskriminalität. Prozessbeobachter beschreiben ihn als „nüchtern“ und „erfahren“.

Martis schlägt sich regelmäßig mit mutmaßlichen oder tatsächlichen Insolvenzverschleppern, Steuerhinterziehern, Fälschern und Betrügern aus der Region Württemberg herum. Deutschlandweit für Schlagzeilen sorgte 2013 sein Prozess gegen Holger Härter, früher Finanz-Chef bei Porsche. Ihn verurteilte Martis wegen Kreditbetrugs zu einer Geldstrafe von 630.000 Euro.

Anton Schlecker muss derweil hoffen, dass der Titel von Martis‘ Dissertation kein schlechtes Omen ist. Sie wurde 1991 unter dem Titel „Die Funktionen der Todesstrafe“ veröffentlicht.

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