Arcandor-Pleite Staatsanwaltschaft prüft Millionen-Boni

Exklusiv

Die millionenschweren Bonuszahlungen an den früheren Arcandor-Chef Thomas Middelhoff und weitere Konzernmanager könnten für die damals beteiligten Aufsichtsräte ein strafrechtliches Nachspiel haben.

Logo des Arcandor-Konzerns Quelle: dpa

Nach Informationen der WirtschaftsWoche wurden Mitte November die Büros früherer Arcandor-Aufsichtsräte durchsucht. „An mehreren Orten wurden Ermittlungsmaßnahmen durchgeführt“, bestätigte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Bochum. Im Kern gehe es um die Frage, ob Bonuszahlungen dem Interesse des Unternehmens dienten und ob es einen Rechtsgrund für die Zahlungen gab. Im Zentrum der Aktion standen demnach Ex-Mitglieder des Ständigen Ausschusses, dem damaligen Führungszirkel des Aufsichtsrats. Das Gremium hatte Middelhoff mehrfach Prämien zugesprochen, im Dezember 2008, nur wenige Monate vor der Insolvenz des Essener Handelskonzerns, etwa einen „Turn-around-Bonus“ in Höhe von knapp 2,3 Millionen Euro.

Dem Gremium gehörten zuletzt sechs Mitglieder an, darunter Aufsichtsratschef Friedrich Carl Janssen, Arbeitnehmervertreter Hellmut Patzelt und Leo Herl, Ehemann der Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz. In einem zivilrechtlichen Verfahren vor dem Landgericht Essen fordert derzeit der Arcandor-Insolvenzverwalter eine Rückzahlung von Bonusleistungen. Die Anwälte Middelhoffs sowie die Vertreter der beklagten Manager bewerten alle Zahlungen dagegen als rechtlich korrekt.

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