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Arko, Eilles und Hussel „Wir sind mit der Sanierung auf Kurs“

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Das Logo der Firma Arko leuchtet in Hamburg am Eingang einer Filiale. Quelle: dpa

Im Januar meldete die Deutsche Confiserie Holding (DCH), Dachgesellschaft der Marken Arko, Eilles und Hussel, Insolvenz an. Doch jetzt steuern die auf Kaffee und Süßwaren spezialisierten Geschäfte auf eine Rettung zu.

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Die Coronakrise hat die Deutsche Confiserie Holding (DCH), Dachgesellschaft der Marken Arko, Eilles und Hussel im Januar in die Insolvenz getrieben. Doch nun steuern die auf Süßwaren, Kaffee und Tee spezialisierten Geschäfte auf eine Rettung zu. „Ich bin zuversichtlich, dass die Marken Arko, Eilles und Hussel erhalten werden können“, sagt Rainer Eckert, der als Generalbevollmächtigter der Unternehmensgruppe die operative Restrukturierung leitet. „Wir sind mit der Sanierung auf Kurs“, so Eckert gegenüber der WirtschaftsWoche.

Die Verhandlungen mit den Vermietern stünden kurz vor dem Abschluss und es seien einige zusätzliche Sparmöglichkeiten ausgelotet worden. „Aber im Grunde hatte die Gesellschaft viele Hausaufgaben schon vor dem Insolvenzantrag gemacht“, sagte Eckert dem Magazin. „Es wird daher zwar einige Veränderungen geben, aber es sind keine drastischen Einschnitte mit umfangreichen Filialschließungen geplant.“

DCH betreibt nach eigenen Angaben bundesweit rund 300 eigene Filialen, weitere Filialen und Franchisebetriebe in Österreich und Tschechien sowie rund 4000 Verkaufsstellen im Lebensmitteleinzelhandel und in Bäckereien. Die Unternehmensgruppe beschäftigt rund 1600 Mitarbeiter und erreichte vor Corona einen Jahresumsatz von 142 Millionen Euro. In der Pandemie brachen die Erlöse jedoch massiv ein.

Die Auswirkungen des Weihnachtslockdowns gaben der Gruppe schließlich den Rest. Am 18. Januar beantragte die Geschäftsführung um Patrick G. Weber beim Amtsgericht Norderstedt schließlich ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Als vorläufiger Sachwalter wurde für Hussel und Eilles Dietmar Penzlin von der Kanzlei Schmidt-Jortzig Petersen Penzlin eingesetzt. Bei Arko kümmert sich Reimer-Partner Tjark Thies als Sachwalter um die Wahrung der Gläubigerinteressen.  

Auf Investorensuche

Eckert, der bereits zahlreiche Großinsolvenzen als Verwalter und Sanierer begleitet hat, manövriert die DCH-Gruppe derweil gemeinsam mit seinem Kanzlei-Partner Markus Kohlstedt durch die Verfahren, arbeitet an einem Insolvenzplan und steuert den Investorenprozess. „Wir haben mehr als 100 potenzielle Interessenten angesprochen und verhandeln jetzt mit einer Reihe externer Investoren ebenso wie mit den bisherigen Gesellschaftern über die Finanzierung“, so Eckert. 

Damit sind weiter zwei Varianten denkbar: Entweder es findet sich ein neuer Investor, der sich am Unternehmen beteiligt beziehungsweise dieses komplett übernimmt. Oder: der bisherige Gesellschafter Paul Morzynski, ein Hannoveraner Hotelier (Ostseehotel Heiligendamm) und Wirtschaftsprüfer, investiert noch einmal einen Millionenbetrag, damit die Unternehmensgruppe ihren Gläubigern eine angemessene Quote auf ihre Forderungen anbieten kann.

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Auf welche Lösung es am Ende hinausläuft, dürften die kommenden Wochen zeigen. „Das Verfahren wird voraussichtlich Anfang Juni eröffnet“, sagt Eckert. Um einen möglichst großen zeitlichen Spielraum zu haben, hatte Eckert das Unternehmen zunächst in eine Art Winterschlaf versetzt. Für die Mitarbeiter war das Kurzarbeitergeld gesichert, seit dem 1. März bekommen sie für drei Monate Insolvenzgeld. Damit lasse sich der Zeitraum bis zur Verfahrenseröffnung überbrücken, so Eckert. 

Mehr zum Thema: Insolvente Unternehmen bekommen im Lockdown bislang keine staatliche Unterstützung – selbst wenn es gute Sanierungschancen gibt.

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