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Art Basel Die große Milliarden-Kunstparty

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Zögern wird bestraft

Und wer zu lange zögert, den bestraft der Konkurrent – zum Beispiel Sammler aus Miami, Moskau, Mumbai oder Shanghai. Die New Yorker Galerie Andrea Rosen hat wenige Minuten nach Eröffnung der Preview schon drei Viertel ihrer Schätzchen verkauft, darunter eine Installation der amerikanischen Künstlerin Josephine Meckseper für 220.000 Dollar. Die Londoner Skarstedt Gallery meldete am ersten Tag gar Umsätze von mehr als 40 Millionen Dollar, verkaufte unter anderem ein Selbstporträt von Andy Warhol aus dem Jahr 1986 für rund 35 Millionen Dollar, Georg Baselitzs großformatiges Gemälde „Edward vor dem Spiegel“ für drei Millionen Dollar oder Richard Princes „You No Tell – I No Tell“ von 1987 (Siebdrucktinte auf Leinwand) für 2,2 Millionen Dollar. Und auch der Kölner Galerist Buchholz hat die geschätzten 60.000 Euro Kosten für seinen Messestand wohl schon am ersten Tag reingeholt mit dem Verkauf zweier Arbeiten von Isa Genzken, die derzeit im New Yorker Museum of Modern Art mit einer Retrospektive geehrt wird – Gesamterlös 340.000 Euro.

In Arbeit
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Unter anderem mit drei kleinformatigen, höchst selten angebotenen Arbeiten von museumswürdiger Qualität aus dem Nachlass des deutschen Konzeptkünstlers Peter Roehr (1944-1968) konnte die Berliner Galerie Mehdi Chouakri punkten: eine serielle weiße Collage aus der Schreibmaschinentypo N fand für 16.000 Euro einen neuen Eigentümer, für eine weitere, gefertigt aus dem Karton für Preisschilder für 80.000 Euro liegen Museumsanfragen vor. So wie auch zwei spektakuläre Werke des Documenta-Künstlers Thomas Bayrle auf dem Stand der Galerie Barbara Weiss: Eine Skulptur aus einem sich ständig bewegenden Scheibenwischer-Anlage eines Audis, unterlegt mit einem Musikloop aus verschiedenen Werken des Komponisten Eric Satie sowie die 200 mal 180 Zentimeter große Acrylzeichnung VW Kristall, die mit dem Logo des Autokonzerns spielt (jeweils 90.000 Euro).

Wem auch das zu viel ist, kann beim Berliner Galeristen Christian Nagel die Reproduktion einer Arbeit der US-Künstlerin Andrea Fraser für lau mitnehmen, die auf einem Stapel in einer Ecke des Messestands : „Index“, eine Infografik, die den weitgehend parallelen Verlauf dreier Kurven zeigt – das Wachstum der 500 größten US-Unternehmen, des Kunstmarkts und des Vermögens der reichsten Amerikaner.

„Leider fragt kaum ein Sammler danach, obwohl es doch genau ihr Thema ist“, sagt Galerist Christian Nagel. „Wahrscheinlich fühlen sie sich einfach ertappt.“

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