Aufschrei bei Angorawolle Tierquälerei belastet H&M & Co.

Kaninchen in Schockstarre und schreckliche Schmerzensschreie - ein Video der Tierschutzorganisation Peta über die Gewinnung von Angorawolle hat für Entsetzen gesorgt. Nun stoppten Modelabel wie H&M die Produktion.

Ein Kaninchen liegt mit einem Seil auf einer Holzbank festgebunden, während es rücksichtslos abgeschoren wird. Foto: PETA Asia Pacific Quelle: Presse

Der Modekonzern H&M hat vorerst die Produktion von Kleidungsstücken mit Angorawolle gestoppt. Auslöser ist ein Video, dass die Tierschutzorganisation Peta vor einigen Tagen veröffentlicht hat. Es zeigt, wie grausam die Angorakaninchen für die Gewinnung der Wolle behandelt werden. Die schwedische Modekette ließ über ihre Sprechern Camilla Emilsson Falk erklären, man müsse nun überprüfen, ob sich die Hersteller von Angora-Wolle an die "Standards" hielten. Hierzu heißt es auf der Internetseite von H&M: "Bei Angorahaar akzeptiert H&M nur Produkte, die aus dem Haar von Angorakaninchen von Farmen mit guten Tierhaltungsbedingungen hergestellt werden." Produkte aus Angora, die bereits in den Läden liegen, sollen noch verkauft werden. Die H&M-Konkurrenten Lindex, Gina Tricot und MQ erklärten sogar, ab sofort und für die Zukunft vollständig auf Produkte aus Angorawolle verzichten zu wollen.

In dem Video und auf zahlreichen Bildern von Peta ist zu sehen, dass für die Gewinnung der Angorawolle die Tiere bei vollem Bewusstsein mit Seilen auf Streckbänke gespannt oder an der Decke aufgehängt werden, um dann "gerupft oder geschoren" zu werden. Dabei würden die Arbeiter den Kaninchen das Fell regelrecht vom Leib reißen. "Die Kaninchen schreien vor Schmerz und tragen klaffende Wunden davon", berichtet Peta. Diese Prozedur müssen die Tiere, die in dunklen engen Einzelkäfigen leben, alle drei Monate erleiden. Danach würden sie in eine Schockstarre verfallen. Nach zwei bis fünf Jahren endet das Martyrium der Kaninchen, sie würden dann "aufgeschlitzt" und verkauft.

Wege zum sauberen Textilimport

Das große Problem der Angora-Produktion: Laut Peta stammen 90 Prozent der Wolle weltweit aus China, wo es keinerlei gesetzliche Regelung für den Umgang mit Tieren, geschweige denn Strafen für Tierquälerei existieren. Auch, wenn das Endprodukt laut Label woanders hergestellt wurde, könnten sich Kunden sicher sein, dass die Wolle mit großer Wahrscheinlichkeit von einer der Qual-Farmen in China stamme, so Peta.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%