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Aufsichtsratskreise Börsengang von Bahn-Tochter Arriva offenbar aufgeschoben

Bahnchef Richard Lutz soll laut Insidern eingeräumt haben, dass sich die Abläufe verzögern. Selbst bis zum Ende des Jahres könnte es demnach schwierig werden.

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Bahn-Tochter Arriva: Börsengang offenbar aufgeschoben Quelle: dpa

Die Hängepartie um Verkauf oder Börsengang der internationalen Bahn-Nahverkehrstochter Arriva zieht sich Aufsichtsrats- und Konzernkreisen zufolge noch weiter hin. Im ersten Halbjahr könne kein Börsengang gestartet werden, hieß es nach einer Aufsichtsratssitzung des Konzerns am Mittwoch aus dem Umfeld des Gremiums.

Bahnchef Richard Lutz habe einräumen müssen, dass sich die Abläufe verzögerten. „Es wird voraussichtlich auch bis Jahresende schwierig“, sagte ein Konzernvertreter der Nachrichtenagentur Reuters.

Nachdem bereits der Komplettverkauf von Arriva an Investoren gescheitert war, hatte Lutz einen Börsengang mit einem Minderheitsanteil ab Mai ins Auge gefasst. Zuletzt hatte Arriva aber die Lizenz für das Streckennetz „Northern Rail“ verloren. Zudem verunsichert der Brexit potenzielle Investoren.

Offen blieb in der Sitzung auch das zweite, vom Konzernvorstand angeschobene Projekt zur finanziellen Stabilisierung: der Verkauf von Loks- und Waggons der seit Jahren kriselnden Frachtsparte DB Cargo. Diese sollten in eine sogenannte Asset-Gesellschaft ausgelagert werden, an der sich neben der Bahn weitere Investoren beteiligen sollten. Die Deutsche Bahn sollte dann Fahrzeuge der Gesellschaft zurückmieten. Loks und Waggons könnten dann aber auch an andere Bahnen abgegeben werden.

In Konzernpapieren war der Verkauf als notwendig dargestellt worden, um Sonderabschreibungen auf den Unternehmenswert von DB Cargo zu verhindern. Diese hatten 2015 schon einmal den gesamten Bahn-Konzern in die roten Zahlen gedrückt.

Regierungsvertreter im Aufsichtsrat und auch Arbeitnehmervertreter hätten sich eher skeptisch zu dem Vorhaben geäußert. Die Bundesvertreter hätten deutlich gemacht, dass die Bahn im Rahmen des Klimapakets milliardenschwere Unterstützung – unter anderem über eine Kapitalspritze von sechs Milliarden Euro – erhalten habe. Der Vorstand müsse jetzt erstmal ohne weitere Verkäufe von Tafelsilber liefern, hieß es aus Aufsichtsratskreisen. Eine Bahn-Sprecherin wollte sich weder zum Thema zur Asset-Gesellschaft noch zu Arriva äußern.

Arriva mit Sitz in Großbritannien war 2010 von der Bahn gekauft worden. Das Unternehmen erzielt mit über 50.000 Mitarbeitern europaweit einen Umsatz von mehr als fünf Milliarden Euro. Bliebe Arriva bei der Bahn, müsste die finanziell angeschlagene Bahn zusätzliches Geld aufbringen: „Aktuell begrenzen mangelnde finanzielle Spielräume das Wachstum und damit die Weiterentwicklung dieses Investments“, hieß es in einem Bahn-Dokument aus dem Frühjahr 2019.

Eigentlich will die Bahn durch den Verkauf finanziellen Spielraum gewinnen. Der Aufsichtsrat hatte aber deutlich gemacht, dass zumindest der Buchwert des Unternehmens von knapp zwei Milliarden Euro erzielt werden müsse.

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