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Baumarktkette Dauerfehde gefährdet Praktiker-Sanierung

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Raus aus der Krise

Während das Image von Praktiker immer tiefere Risse bekommt, steht die Schwestermarke Max Bahr nach wie vor hoch im Kurs Quelle: Pressebild

Wie die Max-Bahr-Offensive im Detail aussehen soll, ist nun Gegenstand der Diskussionen. De Krassny beantragte jüngst, fast alle Kapitalvertreter im Aufsichtsrat auf der Hauptversammlung durch eigene Kandidaten ersetzen zu lassen. Nach dem Wachwechsel im Kontrollgremium – so ihr Plan – sollte der frühere Obi-Deutschland-Chef Andreas Sandmann den Konzern als Vorstandschef aus der Krise führen. Doch die Praktiker-Granden stoppten den Antrag wegen Form- und Fristfehlern. Nun könnten sich die Parteien auf einen Kompromiss einigen und de Krassny womöglich einzelne Sitze in dem Gremium zubilligen.

Inhaltlich sind sich die Kontrahenten trotz der atmosphärischen Störungen ohnehin erstaunlich nah. Seit dem Abgang von Sanierer Fox verfolgt die Praktiker-Führung ein Konzept, das der Frankfurter Roland-Berger-Partner und Baumarktspezialist Sascha Haghani entworfen hat. Läuft es nach diesem Plan, werden in den kommenden eineinhalb Jahren rund 120 Praktiker-Läden auf Max Bahr umgeflaggt. Bereits im August startet die erste Umbauwelle für eine Handvoll Märkte. Im September soll dann „die erste umgebaute Filiale in Lüneburg neu eröffnen“, kündigt Hafner an. Für all jene Praktiker-Märkte, die nicht auf Max Bahr umgerüstet werden, soll ab Jahresende eine Lösung forciert werden. Sie sollen „mit einem deutlich reduzierten und fokussierten Sortiment“ wieder auf Kurs gebracht werden, so Hafner.

Wer übernimmt das Steuer?

Auch der „Spark“ getaufte Vorstoß von Großaktionärin de Krassny zielt auf Max Bahr als neue Kernmarke. Als sie Anfang Juni ihr Konzept potenziellen Investoren im Hamburger Übersee-Club vorstellte, hieß es allerdings, dass nur 60 bis 80 Märkte auf Max Bahr umgestellt würden. Für kleinere Praktiker-Märkte sieht das Spark-Modell dagegen ein Franchisekonzept vor.

In Arbeit
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In beiden Varianten müssen sich die Mitarbeiter auf eine neue Führungsriege einstellen. Die Österreicher bauen auf Ex-Obi-Manager Sandmann, einen Sanierungsspezialisten sowie einen Einkaufsexperten. Roland Berger hat ebenfalls ein Team mit Baumarktexpertise geschmiedet. Als Kandidaten für die Berger-Crew gelten in der Branche Thomas Heinitz, der bis Ende Juni bei der Kooperation Zeus/Hagebau unter Vertrag stand, und Werner Carl, Leiter der Baumarktsparte des Agrar- und Baustoffhändlers BayWa. Beide arbeiteten bereits in der Vergangenheit für Max Bahr.

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