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Beim dritten Versuch Hermes-Bote wirft Paket auf Balkon – kein Einzelfall

Ablageort Balkon: Immer wieder landen Sendungen im Balkon, Treppenhaus oder vor der Tür. Quelle: Privat

Ein Video eines Paketauslieferers, der vom Dach seines Fahrzeugs eine Sendung auf den Balkon des Empfängers warf, erregt die Gemüter. Allein – es ist kein Einzelfall. Hermes versucht zu erklären.

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Im November 2016 machte ein Foto eines Paketzettels die Runde in Zeitungen und im Internet. Darauf hatte der Paketbote handschriftlich notiert, dass das Paket auf den Balkon geworfen wurde.
Was im ersten Moment wie eine seltene Ausnahme wirkte, kommt offenbar häufiger vor.

Nun wurde ein Fahrer des Logistikdienstleisters Hermes dabei gefilmt, wie er versucht, ein Paket auf einen Balkon im ersten Obergeschoss zu werfen.
Das besondere an dem Video: Er benötigt drei Versuche, um den Karton mit einer kräftigen Wurfbewegung auf den Balkon des – vermeintlichen Empfängers – zu befördern.


Mindestens ebenso skurril ist allerdings, dass er dafür – ebenfalls drei Mal – auf das Dach des Transporters klettert, um von dort die nötige Höhe zu erreichen.
Vor vielen Jahren hätte man diese Szene als Beitrag zu „Versteckte Kamera“ erwartet. Nun allerdings macht das Video in den sozialen Netzwerken seine Runde. Jan Böhmermann retweete es, zahllose Nutzer posten ihre Paketbenachrichtigungen oder machen ihrem Unmut über den Lieferdienst Luft.

Der Twitteruser @maith schreibt, dass sein Paket auch schon auf dem Balkon gelandet sei - allerdings dem des Nachbarn. Nicht immer gehe das gut, schreibt User @TimMinden: In seiner Familie sei das auch schon passiert - das Paket habe aber die Dekoschale zerstört. Gefahren lauern für die Auslieferfahrer also, selbst wenn sie, wie @pr3mut05 selber als Auslieferungsfahrer darum gebeten wurden, die Pakete auf den Balkon zu werfen.


Für Hermes ist das Video kaum ein viraler Hit, der positives Marketing erzeugt. Aber es wirft erneut ein Licht auf die Probleme, die der Online-Handel auf den letzten (Höhen-)Metern produziert.

Die Zahl der Bestellungen im Online-Handel nimmt zu. Laut des Bundesverbandes für E-Commerce (bevh) wuchs der Umsatz im Onlinehandel 2018 um mehr als elf Prozent.

Damit einhergeht wächst der Druck insbesondere in den Innenstädten auf die Fahrer der Lieferdienste. Entsprechend zufrieden - oder eher unzufrieden - sind denn auch die deutschen Kunden.

Hermes hatte indes angekündigt, die Schar an Auslieferungsfahrern künftig selbst beschäftigen zu wollen, statt auf Subunternehmen zu setzen.

Das Unternehmen hat laut eigener Aussage derzeit keine konkreten Hinweise auf den Fahrer, noch auf den Ersteller des Videos. Das Verhalten widerspreche allerdings auf ganzer Linie den Anweisungen für die Fahrer, heißt es bei Hermes: „Die Ablage eines Pakets an einem sicheren, vom Empfänger definierten Ablageort ist nur mit einer Ablagegenehmigung zulässig. Die Betonung liegt hierbei selbstredend auf 'Ablage' und nicht 'Abwurf'.“

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