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Biermarkt Tsingtao wird wieder komplett chinesisch

Der Bierkonzern Asahi trennt sich von seiner Beteiligung an der chinesischen Tsingtao-Brauerei. Damit sind die Japaner auf einem der wichtigsten Biermärkte der Welt auf dem Rückzug – denn Tsingtao kämpft mit Problemen

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Die chinesische Brauerei Tsingtao hat einen neuen Eigentümer. Quelle: Reuters

Tokio Asahi verkauft seine Beteiligung an Chinas drittgrößter Brauerei Tsingtao für umgerechnet etwa 941 Millionen Dollar – das sind etwa 32 Prozent weniger, als die Beteiligung derzeit gehandelt wird. Der Großteil geht an die chinesische Fosun-Gruppe, die etwa 847 Millionen Dollar für 18 Prozent an Tsingtao zahlt.

Die Fosun-Gruppe investiert nach eigenen Angaben vor allem in Unternehmen, die sich Produkte für die wachsende chinesische Mittelschicht herstellen. Die Beteiligung an Tsingtao ist für das Unternehmen das größte Investment im Lebensmittelbereich. Derzeit befindet sich das Konglomerat eigentlich auf internationaler Einkaufstour, um dem Risiko eines Wirtschaftsabschwungs in China zu entgehen.

Erst in dieser Woche hatte Fosun angekündigt, den italienischen Unterwäschehersteller La Perla zu übernehmen. Ein Konsortium, das von Fosun angeführt wird, hatte im Juli außerdem den französischen Margarinehersteller St. Hubert für 732 Millionen Dollar geschluckt. Schon heute gehören zum Markenreich der Chinesen etliche internationale Firmen wie der israelische Kosmetikhersteller Ahava und die griechische Modemarke Folli Follie.

Mit der Übernahme von Tsingstao schielt Fosun auf das wachsende Segment der wohlhabenden chinesischen Biertrinker, die besonders Premiummarken bevorzugen. „Chinas Brauereimarkt ist der größte der Welt und wir  rechnen potenziell mit großem Wachstum bei Tsingtao”, erklärte die chinesische Unternehmensgruppe.

Dabei hat Tsingtao im Heimatmarkt durchaus mit Problemen zu kämpfen. Die höherwertigen lokalen Biersorten der Brauerei haben es schwer, gegen internationale Schwergewichte wie Anheuser-Busch Inbev und Diageo, die gerade massiv im größten Biermarkt der Welt expandieren.

Asahi und Fosun haben angekündigt, den Deal bis Ende März über die Bühne zu bringen. Asahi erwartet im ersten Quartal 2018 einen Profit von 6,3 Milliarden Yen (56 Millionen Dollar. Die Anteile an der chinesischen Tsingtao-Brauerei hatten die Japaner im Jahr 2009 für 667 Millionen Dollar von AB Inbev übernommen.

 

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