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Boxspringbetten im Test Lieber auf Latex liegen als schlecht schlafen

Die Stiftung Warentest hat 15 Boxspringbetten überprüft. Das Ergebnis ist ernüchternd: Kein Modell kann vollkommen überzeugen. Manche sinken tief ein, andere verlieren auf Dauer ihre Qualität und andere müffeln wiederum.

Im Test konnte keine Boxspringmatratze überzeugen. Quelle: Fotolia

Die Boxspringbetten sind die vermeintliche Königsklasse unter den Betten. Doch jetzt gibt es das böse Erwachen: Laut einer Untersuchung der Stiftung Warentest überzeugt keines der Edel-Polster. Die Experten überprüften 15 Modelle der Größe 180 mal 200 Zentimeter, die zwischen 1500 und 4200 Euro kosten. Das ernüchternde Ergebnis: "Rundum gut ist keines, zehn zeigen deutliche Schwächen in der Dauerüberprüfung", heißt es seitens Stiftung Warentest.

Die Liegeeigenschaften der einzelnen Matratzen überprüften die Experten mit Hilfe vier verschiedener Typen, die laut Stiftung Warentest einem Großteil der Bevölkerung entsprechen. In diesem Bereich schnitten alle Betten mit den Noten gut bis befriedigend ab.

Klingt erst einmal nach einem durchschnittlichen bis zufriedenstellendem Ergebnis, aber: "Im Vergleich zu klassischen Matratzen sind diese Noten eher dürftig", urteilt die Stiftung Warentest. Die ebenfalls 2016 getesteten Kaltschaum- und Latexmatratzen hätten im Vergleich mit den Boxspringbetten – sowohl im Neuzustand als auch nach längerer Nutzung – durchweg gute Liegeneigenschaften aufgewiesen.

Die Boxspringbetten im Test

Und auch im Bereich Haltbarkeit müssen die Hersteller von Boxspringbetten nachsitzen: Indem die Tester mit einer 140 Kilogramm schweren Holzwalze 60.000 Mal über die Matratze rollten, simulierten sie einen achtjährigen Gebrauch. Keine der Matratzen erreichte eine sehr gute Haltbarkeitsnote, während Latexmatratzen in vorherigen Tests nahezu unverändert blieben.

Hinzu kommt laut Stiftung Warentest, dass die Mehrheit der Matratzen mit der Zeit deutlich weicher würden und eine Liegekuhle bildeten. Noch schlimmer: Manche Matratzen sind laut Tester schon am Anfang so weich, dass der Schlafende tief einsinkt.

Dabei sollen härtere und weichere Liegezonen den Schläfer an den erforderlichen Stellen stützen oder entlasten. Die geben die Hersteller in der Regel an. Bei sieben der 15 geprüften Betten wich die Herstellerangabe für die Matratzen aber stark von der gemessenen Härte ab. Drei Hersteller gaben überhaupt keinen Härtegrad an.

Schlafprobleme wegen der Hitze? Das hat unangenehme Folgen
ÜbergewichtWenig Schlaf, viel Gewicht: Wer zu wenig schläft, der verliert schneller die Kontrolle über Appetit und Figur. Das haben Forschungen der Universität von Colorado ergeben. Vereinfacht gesagt: Wer weniger schläft, der isst mehr. Vor allem abends griffen die Schlafmangel-Probanden viel häufiger zu kalorienreicher Kost als die Kontrollgruppe. Und auch nächtlichen Snacks am Kühlschrank konnten sie deutlich seltener widerstehen. Durch kohlenhydrat- und fettreiche Lebensmittel am Abend und durch nächtliches Naschen steigt aber nicht nur das Körpergewicht – sondern auch die Gefahr an Diabetes oder Herz-Kreislauf-Problemen zu erkranken. Quelle: dpa
DepressionenAusgeruht und erholt sieht die Welt meistens schon besser aus. Aber umgekehrt bedeutet das auch: Wer zu wenig schläft, ist häufiger gereizt und schlecht gelaunt. Wissenschaftler der New Yorker Columbia-Universität gehen sogar noch weiter und warnen vor schlimmeren Folgen, vor allem bei Jugendlichen. In ihrer Studie mit über 15.000 Schülern haben sie herausgefunden, dass die Depressionsgefahr bei denjenigen Schülern, die nach 24 Uhr ins Bett gehen, um 24 Prozent höher ist als bei denen, die zwei Stunden früher schlafen gehen. Außerdem sind sie anfälliger für Suizidgedanken: Im Vergleich zu den Früh-Schlafenden sogar 20 Prozent mehr. Grund dafür ist auch, dass sie im ermüdeten und erschöpften Zustand ihren Stress und den richtigen Umgang mit anderen Menschen kaum bewältigen können. Quelle: dpa
VergesslichkeitKinder lernen schneller und leichter als Erwachsene - spätestens beim Memory-Spiel müssen Eltern das schmerzhaft erkennen. Aber warum ist das so? Deutsche Forscher der Uni Tübingen um Ines Wilhelm haben in ihren Schlafforschungen einen Grund entdeckt: Erwachsene erreichen während ihrer Nachtruhe seltener die sogenannten Tiefschlafphasen als Kinder. In Wilhelms Experimenten stand die Beobachtung dieser Schlafphase im Vordergrund. Diese ist mitverantwortlich für unsere Gedächtnisleistung und besonders wichtig für die Verarbeitung und Abspeicherung von neu Gelerntem. Erwachsene Probanden, die viel Zeit in der Tiefschlafphase verbringen, lernen schneller und sind zu besseren Gedächtnisleistungen fähig als die „unruhiger“ Kurzschläfer. Nur an eine Kontrollgruppe komme sie nicht heran: Kinder.
AnfälligkeitAlle Impfpatienten aufgepasst: Schlafmangel kann die Impfwirkung untergraben. In einem Experiment mit 125 Erwachsenen zwischen 40 und 60 Jahren konnten Psychologen der Universität von Pittsburgh einen Zusammenhang von Schlafmangel und fehlenden körperlichen Reaktionen auf den Impfstoff nachweisen. Allen Teilnehmern wurde drei Mal ein Hepatitis-B-Impfstoff injiziert, bei mehr als 14 Prozent der Probanden blieb die Antikörperreaktion aus. Auffallend viele davon wiesen außerdem ein Schlafdefizit aus. Den Forschern zufolge könnte das auch eine Erklärung für die höhere Infektionsanfälligkeit von Menschen mit Schlafmangel sein. Quelle: dpa
NachlässigkeitDie Gefahren von Schlafmangel können urplötzlich auftreten. Mindestens genauso gefährlich wie schleichende, langwierige Symptome ist der Sekundenschlaf im Auto. Nach Schätzungen der amerikanischen „Sleep Research Society“ nicken in den USA etwa 80.000 Menschen am Lenkrad kurz ein – pro Tag. Die „Sleep Research Society“ vermutet, dass sie damit für etwa 20 Prozent aller Unfälle auf amerikanischen Straßen verantwortlich sind. Bei LKW-Unfällen soll der Anteil sogar bei rund 30 bis 40 Prozent der Unfälle liegen. Europäische Studien kommen zu ähnlichen Ergebnisse. Der Sekundenschlaf ist dabei seltener das Ergebnis einer schlaflosen Nacht, Termindruck oder Stress - sondern vielmehr das Resultat chronischen Schlafmangels. Quelle: Blumenbüro Holland/dpa/gms
StoffwechselDas nächste Opfer des Schlafmangels sind die Gene. Im Normalfall folgen diese einem bestimmten 24-Stunden-Biorythmus, sind mal aktiver, mal nicht. Dabei sind sie unter anderem für regenerative Prozesse in den Zellen des Körpers verantwortlich. Wie britische Wissenschaftler der Universität von Surrey herausfanden, kann Schlafmangel die Aktivität von bis zu 711 Genen verändern. 444 davon zeigten bei ihren Probanden nach einem Schlafmangel-Versuch überhaupt keine Aktivität mehr. Betroffen waren vor allem Gene, die im Stoffwechsel, der Regulierung des Immunsystems und bei der Bekämpfung von Stress und Entzündungen aktiv sind. Eine mögliche Folge: Beschädigtes Körpergewebe wird nicht mehr regeneriert und bleibt anfällig für Krankheiten. Quelle: dpa
DiabetesAber es geht noch schlimmer: Studien unterschiedlichster Akademien von der Harvard Medical School bis zur niederländische Universität Leiden kommen zu dem Schluss, dass Schlafmangel zu einem erhöhten Diabetes-Typ-2-Risiko führt. Diabetes entsteht durch eine Insulinresistenz in den Zellen. Diese verhindert, dass Zucker aus dem Blut in die Zellen weitergeleitet wird. Dadurch steigt zwar der Zuckerspiegel im Blut, in den Zellen kommt jedoch kaum etwas davon an. Für einen geregelten Hormonhaushalt ist ein regelmäßiger und ausreichender Schlaf deswegen besonders wichtig. Denn durch Schlafmangel gerät der Rhythmus des Körpers durcheinander, sodass es zu Über- oder Unterproduktionen von bestimmten Hormonen kommen kann. Aber Vorsicht: Diabetes mit Schlaftabletten zu bekämpfen, ist keine Lösung. Quelle: dpa

Ein weiteres Ärgernis: Nach dem Auspacken riechen laut Stiftung Warentest fast alle 15 Boxspringbetten unangenehm – sogar über mehrere Wochen. Auffällig hoch sei der Gehalt flüchtiger organischer Stoffe in einigen Produkten gewesen – in drei Matratzen wiesen die Tester das Flammschutzmittel TCPP nach.

Die Matratze muss natürlich auch leicht zu wenden sein, um einseitige Belastungen zu verhindern. Nur: Das gestaltet sich bei der Mehrheit der getesteten Betten laut Tester äußerst schwierig. Viele haben gar keine Griffe und müssen daher umständlich herumgewuchtet werden.

Stiftung empfiehlt früher getestetes Modell

Aufgrund all dieser Mängel würde die Stiftung Warentest keines der 15 getesteten Boxspringbetten Verbrauchern empfehlen. "Das einzige bisher mit gut bewertete Modell ist Mustering Evolution, ein Doppelbett aus einer früheren Untersuchung", heißt es seitens der Stiftung.

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