BrandIndex

dm belegt Spitzenplatz im Markenmonitor

Holger Geißler
Holger Geißler Psychologe, Werbepsychologe

Rund zehn Monate nach der Insolvenz der Drogeriekette Schlecker ordnet sich der Markt neu. Die beiden Marktführer dm und Rossmann haben die Pleite der Konkurrenz geschickt genutzt.

dm - der Drogeriemarkt erreicht im Markenmonitor BrandIndex branchenübergreifend Traumwerte - und hängt die Konkurrenz ab. Quelle: dpa

Des einen Leid ist des anderen Freud – das mag dem in den Sinn kommen, der sich die jüngsten Entwicklungen auf dem deutschen Drogeriemarkt anschaut. Ende Januar meldeten die Medien die Insolvenz der Discount-Drogerie Schlecker. Mit etwa 30.000 Beschäftigten, rund 7.000 Filialen in Deutschland und dem höchsten Umsatz war Schlecker lange Jahre die unumstrittene Nummer eins der Branche vor den Konkurrenten dm und Rossmann. Diese profitieren nun vom Schlecker-Aus.

Das dm-Geschäftsjahr in Zahlen

So meldet dm für das Geschäftsjahr 2011/2012 einen Umsatz von 5,1 Milliarden Euro, gegenüber dem Vorjahr ist das ein Plus von 14 Prozent. 800 ehemalige Schlecker-Mitarbeiter und einige Filialen wurden übernommen. Auch Rossmann nutzt die entstandene Marktlücke. Im Juli übernahm die Kette 104 Ihr-Platz-Filialen mit 1.150 Beschäftigten der zur Schlecker-Unternehmensgruppe gehörenden Marke.

dm mit Traumwerten

Die Berichterstattung über die Schlecker-Insolvenz und ihre Folgen hat dem Ansehen der verbliebenen Marken nicht geschadet. Im YouGov-Markenmonitor BrandIndex erreichen dm, Rossmann sowie Müller, als dritte nationale Drogeriekette, hohe Imagewerte mit steigender Tendenz. Branchenprimus dm schafft +88 Punkte von 100 möglichen. Das ist branchenübergreifend einer der besten Imagewerte im BrandIndex.

Große Sprünge nach oben sind auf diesem Niveau in der Regel kaum zu erwarten, auch geringe Steigerungen sind beachtlich. Seit Anfang 2010 konnte dm ausgehend von +82 Punkten sechs Punkte gewinnen. Eine identische Steigerung zeigt Rossmann, die Marke kletterte im BrandIndex von +76 Punkten in 2010 auf aktuell +80 Punkte. Die kleinste der großen Drogerieketten, Müller, zeigt ein konstant hohes Image. Die Marke folgt Rossmann mit neun Punkten Abstand und erreicht derzeit 71 Punkte.

Mit Werten gegen Billigpreise

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Hier steht ein Element, an dem derzeit noch gearbeitet wird. Wir kümmern uns darum, alle Elemente der WirtschaftsWoche zeitnah für Sie einzubauen.

Dass die Top drei der Branche von der Schlecker-Pleite nicht beschädigt wurden, mag mit der Kundenansprache zusammenhängen. Statt auf kleine Filialen mit engen Gängen und minimalem Personaleinsatz wie Schlecker setzen dm, Rossmann und Müller auf viel Verkaufsfläche, breite Gänge und Service. Besonders der anthroposophische Ansatz im dm-Geschäftsmodell kann als Gegenentwurf zu Schleckers radikaler Discount-Strategie angesehen werden.

Das von der dm-Führung propagierte Engagement für Mitarbeiter, Gesellschaft und Umwelt scheint bei den Verbrauchern jedenfalls Anklang zu finden. Schlecker jedenfalls erreichte zum Zeitpunkt vor der Insolvenz nur -36 Punkte im BrandIndex, „Ihr Platz“ immerhin +13 Punkte.

Rewe mischt jetzt auch mit

Den Markt für Niedrigstpreis-Discounter werden wohl andere Marken unter sich aufteilen, etwa Aldi und Lidl. Zudem ist die Marke Ihr Platz noch nicht ganz abgeschrieben: 44 Ihr-Platz-Märkte sind von Schlecker zur Handelsgenossenschaft „Für Sie“ gewechselt, die zum Rewe-Konzern gehört. Die Filialen werden mit 200 Mitarbeitern weitergeführt. Die Namensrechte an „Ihr Platz“ hat Rewe von Schleckers Insolvenzverwalter erstanden.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%