WiWo App Jetzt gratis testen!
Anzeigen
BrandIndex

Praktiker verliert den Anschluss

Holger Geißler
Holger Geißler Psychologe, Werbepsychologe

Die Deutschen heimwerken äußerst gerne. Der Baumarktbranche beschert das Milliardenumsätze. Doch in der Beliebtheit der Anbieter gibt es große Unterschiede.

Praktiker fehlt eine klare Markenpositionierung. Quelle: dpa

Die große Baulust der Deutschen, das Frühlingswetter und nicht zuletzt die eingeläutete Energiewende lassen die deutsche Do-It-Yourself-Branche derzeit jubeln. Führende Anbieter wie Obi oder Hornbach melden erfolgreiche Geschäfte und rosige Aussichten. Da mag das, was derzeit über Praktiker berichtet wird, nicht so recht ins Bild passen: Enorme Verluste soll das im beschaulichen Saarland ansässige Unternehmen angehäuft haben. Die Börse reagierte schockiert, obwohl grundsätzliche Probleme des Konzerns seit längerem bekannt sind.

Doch nicht nur die Anleger beurteilen Praktiker derzeit skeptisch: Wie eine aktuelle Imageanalyse auf Basis des Markenmonitors YouGov BrandIndex zeigt, hat die Kette auch aus Verbrauchersicht zunehmend einen schweren Stand. So erreicht Praktiker aktuell nur rund 17 Punkte und liegt damit weit hinter sehr beliebten Konkurrenten zurück. Zum Vergleich: Bauhaus ist aktuell die beliebteste Baumarktkette der Deutschen und liegt auf einem Niveau von mehr als 65 BrandIndex-Punkten.

Obi und Hagebaumarkt legen kräftig zu

Problematisch ist vor allem, dass der Marke eine klare Positionierung fehlt. Weder im Hinblick auf das Thema „Preis“ noch auf die von den Verbrauchern wahrgenommene „Qualität“ kann sich Praktiker bei den Verbrauchern klar durchsetzen. Und das, obwohl Praktiker lange Zeit mit aggressiven Preis-Kampagnen auf sich aufmerksam gemacht hat.

Diese Problematik gewinnt vor allem deshalb an Relevanz, weil Wettbewerber des Unternehmens im Unterschied zu Praktiker beliebter werden. So konnte Hornbach zuletzt an Beliebtheit zulegen und steht mit aktuell 62 BrandIndex-Punkten zusammen mit Obi auf Platz zwei im Branchenranking. Auch Hagebaumarkt konnte zuletzt deutlich zulegen.

Einziger Lichtblick - Praktiker-Tochter Max Bahr

Und die Aussichten für Praktiker sind derzeit alles andere als optimal, denn die aktuellen negativen Schlagzeilen verunsichern die Verbraucher ganz offensichtlich. So sind die Imagewerte im November vergangenen Jahres erstmals deutlich eingebrochen, nachdem Pläne zu Stellenstreichungen und Filialschließungen bekannt wurden. Seither konnte sich das Image der Marke nicht erholen.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Allerdings gibt es auch positive Nachrichten für den Praktiker-Konzern: Die Tochter Max Bahr erreicht bei den Verbrauchern mit derzeit rund 45 Punkten eine deutlich höhere Beliebtheit. Damit liegt Max Bahr immerhin vor der Rewe-Tochter toom, die derzeit aus Markensicht schwächelt.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%