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BrandIndex

Rewe trommelt zu leise

Holger Geißler
Holger Geißler Psychologe, Werbepsychologe

Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler hat mit seinem großen Wandel begonnen. Der Einkauf soll für die Kunden zum Erlebnis werden. Doch nimmt die Kundschaft die Veränderungen überhaupt wahr?

Was uns beim Einkaufen wichtig ist
Eine Studie im Auftrag des Verbandes der führenden PR Agenturen Deutschlands (GPRA) hat das Kaufverhalten in Supermärkten untersucht. Nur 35 Prozent der Verbraucher kaufen ein Produkt, weil es ein Bio-Siegel trägt. Quelle: dpa
36 Prozent der Käufer ist es wichtig, dass die Werbung ansprechend gestaltet ist. Quelle: dpa
51 Prozent der Verbraucher vertrauen Handelsmarken wie "Tip", "Ja" und "Gut und günstig". Quelle: dpa
59 Prozent kaufen vorbehaltlos traditionelle und klassische Marken. Quelle: dpa/dpaweb
67 Prozent vertrauen auf Lebensmittel, die aus ausschließlich natürlichen Inhaltsstoffen hergestellt sind. Quelle: dpa
68 Prozent kaufen unbesorgt Lebensmittel, wenn sie wissen, dass sie aus Deutschland kommen. Quelle: dpa
Für 78 Prozent müssen Lebensmittel aus regionalem Anbau oder regionaler Produktion kommen. Quelle: dpa

„Wir gehen jetzt in die Offensive. Wir werden uns radikal wandeln“, zitiert die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) den Rewe-Chef Alain Caparros. So plane er, die Rewe-Filialen zu Erlebnisplätzen umzubauen, wo sie Freunde treffen, essen, Kaffee trinken und verweilen. „Wenn wir unseren Gästen Balsam für die Seele reichen, spielt das Geld, das sie bei uns lassen, nicht mehr die entscheidende Rolle“, sagt Caparros laut FAS.

Ganz ähnlich beschreibt die Fachzeitschrift „W&V“ für Werbung und Marketing das, was Rewe vor hat. Rewe sei ein „Ideenlabor“. Und der Chef Caparros wolle die Menschen emotional packen. Die Kunden sollten den Ort, wo sie einkaufen, lieben.

Nicht mehr Aufmerksamkeit

Nun sind diese Pläne aber nicht mehr nur Zukunftsmusik, die Umsetzung hat bereits begonnen. Neue Rewe-Filialen werden nach neuestem Konzept gestaltet, alte umgebaut und renoviert. Die ersten „Made by Rewe“-Bistros haben eröffnet, in denen es einfache Gerichte gibt, die die Kunden vor Ort selbst zubereiten können, wenn sie wollen. Und ins Online-Geschäft ist Rewe auch schon eingestiegen. So können Kunden Lebensmittel online bestellen und nach Hause liefern lassen.

Das alles scheint die Kunden bisher noch nicht zu beeindrucken. Der YouGov-Markenmonitor BrandIndex zeigt: Rewe ist bei den Verbrauchern in der Wahrnehmung in etwa genauso präsent wie noch vor vier Monaten. Hinzu kommt: Die Marke hat auch leicht in der Kategorie „Buzz“ verloren. Der Lebensmittelhändler ist heute also negativer im öffentlichen Gespräch als noch im Sommer. Das „Ideenlabor“ vermochte es bislang nicht, mehr (positive) Aufmerksamkeit für Rewe zu erzeugen.

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