WiWo App Jetzt gratis testen
Anzeigen
BrandIndex

Welches Bonbon wir am liebsten lutschen

Holger Geißler
Holger Geißler Psychologe, Werbepsychologe

Husten- und Halsbonbons haben Saison. Viele Deutsche greifen zu Ricola, auch Pulmoll hat seine Fans. Doch das beste Preis-Leistungs-Verhältnis schreiben Verbraucher einem anderen Klassiker zu.

So beugen Sie dem Schnupfen vor
Körpergeräusche ignorierenLautes Niesen, Husten Schmatzen, Nase hochziehen - wer erkältet ist, gibt viele Körpergeräusche von sich. Das ist nicht nur für den Erkälteten unangenehm, sondern auch für alle, die drum herum sitzen. Benimm-Experten raten dazu, sämtliche Körpergeräusche zu ignorieren. Es ist auch ohne Mitleidsbekundungen, "Gesundheit!"-Rufe und Gejammer schon schlimm genug. Quelle: dpa
HustenanfälleEinzige Ausnahme sind Hustenanfälle. Wer sich vor lauter Husten und Keuchen gar nicht mehr beruhigt, darf auch ein wenig Mitleid von den Kollegen erwarten. Vernünftig ist es jedoch, das Büro bei einem lautstarken Hustenanfall zu verlassen und sich zum Beispiel in der Büroküche ein Glas Wasser zu genehmigen, bis das Schlimmste überstanden ist. Quelle: obs
Das richtige TaschentuchFür das Putzen der Nase empfehlen Knigge-Profis und Mediziner aus hygienischen Gründen ein Papiertaschentuch. Um sich den Schweiß von der Stirn zu wischen, sollte man jedoch lieber auf ein Stofftaschentuch zurückgreifen. Wer möchte schon mit Papierkrümeln auf der Stirn in einem Meeting sitzen? Quelle: dpa
Auf den Handschlag verzichtenDer kräftige Händedruck zur Begrüßung ist nur dann höflich, wenn dabei keine Erkältungserreger weitergegeben werden. Wer eine regelrechte Bazillenschleuder ist, sollte darauf verzichten. Erklären Sie zum Beispiel beim Treffen mit einem Geschäftspartner, warum Sie auf den Handschlag verzichten wollen. Ihr Gegenüber wird es Ihnen danken. Quelle: dpa
Linke statt rechte HandLässt sich der Handschlag nicht vermeiden, freut sich Ihr Gegenüber darüber, dass Sie in die linke Hand genießt haben. Die rechte ist tabu! Der Vorschlag, in die Armbeuge zu niesen, wird von Knigge-Kennern abgelehnt, da sich oft nicht vermeiden lässt, dass dabei Flüssigkeit aus der Nase fliegt und die Kleidung beschmutzt. Husten und Niesen Sie am besten in ein Papiertaschentuch, und drehen sich dabei vom Gegenüber weg. Quelle: dpa
DesinfizierenWer krank ist, sollte mehrfach täglich gründlich die Hände mit Wasser und Seife waschen und auch desinfizieren. Gerade in Büros bieten viele Arbeitgeber dafür medizinisches Desinfektionsmittel an. Beim Händewaschen gilt es, auch lange genug zu schäumen: seifen Sie sich mindestens 20 bis 30 Sekunden ordentlich ein. Anschließend müssen die Hände gründlich abgetrocknet werden. Denn in feuchtem Milieu gedeihen die Bazillen besser. Quelle: dpa
Arbeitsplatz reinigenMit einem Desinfektionstuch sollte der Erkältete von Zeit zu Zeit auch Tastatur und Maus abwischen, um den Arbeitsplatz frei von Bakterien und Viren zu halten. Quelle: AP

Wer es erfunden hat, spielt eigentlich gar keine Rolle. Ja, Ricola kommt seit 1940 aus der Schweiz, und Pulmoll wurde vor fast 70 Jahren in Frankreich kreiert. Aber was zählt, ist, wie bekannt die Marken heute sind und vor allem, wer auch nach Jahrzehnten noch Kunden von seinen Bonbons und Pastillen überzeugen kann. Ricola hat weltweit eine Spitzenposition inne; doch der BrandIndex, der Markenmonitor von YouGov, zeigt, dass Pulmoll und andere in Deutschland durchaus nicht chancenlos sind.

Während sich in anderen Branchen Marktführer oft schon durch ihre hohe Bekanntheit absetzen, gelingt Ricola dies nicht. In unseren repräsentativen Befragungen geben drei von vier Deutschen an, Ricola zu kennen. Ein hoher Wert, doch Pulmoll erreicht genau denselben Bekanntheitsgrad. Vivil und Em-Eukal liegen nur geringfügig darunter.

 Ricola dominiert die Markenrangliste

 Denjenigen, die die jeweilige Marke kennen, stellen wir weitere Fragen. Etwa, ob ihrer Meinung nach eine Marke für gute oder schlechte Qualität steht, ob sie eine Marke weiterempfehlen würden oder welchen allgemeinen Eindruck sie von der Marke haben. Das Ergebnis: Alle genannten Bonbon-Marken werden durchweg positiv beurteilt. Fast immer schneidet Ricola souverän und konstant am besten ab. Pulmoll und Em-Eukal teilen sich mit etwas Abstand den zweiten Platz.

Eine mögliche Erklärung: Ricola dominiert die Werbung. Übers Jahr hinweg können sich je nach Jahreszeit in unseren Befragungen neun bis 20 Prozent der Ricola-Kenner erinnern, in den zwei Wochen vor der Befragung Werbung für den „Schweizer Kräuterzucker“ wahrgenommen zu haben. Die Wettbewerber kommen selbst in der Husten-Schnupfen-Heiserkeit-Saison bestenfalls auf vier Prozent. Ricola hat es mit seinen schrulligen Kampagnen geschafft, sich ein unverwechselbares Image aufzubauen.

Aktuell wird mit dem schweizerdeutschen Zungenbrecher-Wort „Chrüterchraft“ für die Kraft der Kräuter geworben – auch international unter chruterchraft.com. Pulmoll kann mit seiner Lutschtyp-Kampagne bislang nicht dagegenhalten.

Der Klassiker: Salbei

Die Werbedominanz von Ricola übertönt allerdings das Potenzial eines Underdogs: Dallmann's Salbei-Bonbons. Seit 55 Jahren werden die Bonbons in unveränderter Form produziert (inzwischen unter dem Dach von Katjes), und vor allem in Apotheken und Drogeriemärkten in Deutschland werden die Klassiker verkauft.

In Arbeit
Bitte entschuldigen Sie. Dieses Element gibt es nicht mehr.

Im BrandIndex zeigt sich eindeutig: Wer Dallmann's Salbei-Bonbons kennt, will nichts anderes mehr. Diejenigen, die die Salbei-Bonbons schon einmal gekauft haben, geben überwiegend an, dass sie beim nächsten Mal am ehesten wieder Dallmann's kaufen werden. Vor allem beim Preis-Leistungs-Verhältnis punktet Dallmann unter seinen Kennern und erreicht Bestwerte. Die andere Marke aus der Apotheke, Em-Eukal, kommt derzeit beim Preis-Leistungs-Verhältnis auf den knapp schwächsten Wert unter den von YouGov untersuchten Hals- und Hustenbonbons, die Marken liegen allerdings alle relativ dicht beieinander.

Pulmolls Preis-Leistungs-Verhältnis wird geringfügig besser als das von Ricola bewertet. Gegenüber dem weltweit agierenden Schweizer Unternehmen hat Pulmoll außerdem den Vorteil, dass mehr Deutsche schon mindestens einmal zu dieser Marke gegriffen haben: 55 Prozent der Kenner der Marke hatten Pulmoll schon im Einkaufskorb – und somit wohl auch auf der Zunge. Der aktuelle Spitzenwert unter den Halsbonbon-Varianten.

© Handelsblatt GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsrechte erwerben?
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%