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BrandIndex

Wie gut passen Apple und Aldi zusammen?

Holger Geißler
Holger Geißler Psychologe, Werbepsychologe

In Österreich gab es erstmals iPhones bei Aldi. Auch für deutsche Verbraucher ein Gesprächsthema. iPhones und Aldi – eine Kombination, die ungewöhnlicher klingt als sie ist.

Apple iPhones 5C Quelle: dpa

Am Donnerstag gab es zum ersten Mal ein Apple-Smartphone bei Aldi zu kaufen. Bei der österreichischen Aldi-Süd-Tochter Hofer zwar, aber Kunden in Deutschland zeigen sich durchaus beeindruckt von dem Angebot. Nachdem die ersten Medienberichte erschienen waren, zeichnete sich im YouGov-Markenmonitor-BrandIndex etwa eine steigende Aufmerksamkeit vor allem für den Mobilfunk-Ableger Aldi Talk ab.

Ungewöhnlich viele Verbraucher gaben an, mit Freunden, Verwandten oder Bekannten online oder offline über Aldi Talk gesprochen zu haben. Besonders stark war der Effekt in den südlichen Bundesländern, von wo aus sich eine Fahrt über die Grenze nach Österreich für ein Schnäppchen eventuell lohnen könnte.

Chronologie: Der Aufstieg von Aldi

Es wird spekuliert, ob der Verkauf des iPhone 5C im Discounter ein Testlauf für Aldi und Apple ist und vergleichbare Angebote vielleicht in Zukunft auch in Deutschland verfügbar sein werden. Das ist weniger abwegig als es zunächst klingt, denn Apple und Aldi weisen im BrandIndex überraschende Gemeinsamkeiten auf.

So sind es sowohl beim iPhone als auch bei Aldis Mobilfunkangebot Aldi Talk vor allem Verbraucher bis 30 Jahre, die diese Produkte bei der Wahl von Handy und Tarif in die engere Wahl nehmen würden. Dass das iPhone 5C in Kombination mit einem Tarif des österreichischen Aldi-Talk-Pendants angeboten wurde, ist also passend. Das sieht etwa bei Tchibo mobil ganz anders aus – dessen Tarife stehen vor allem bei 31- bis 50-Jährigen hoch im Kurs.

Gegensätze ziehen sich an

Unternehmerisch interessant wird die Kombination Apple/Aldi natürlich auch durch die vorhandenen Unterschiede – etwa im verfügbaren Haushalts-Nettoeinkommen der Kunden. Über alle Einkommensschichten hinweg sind 55 Prozent der deutschen Verbraucher Aldi-Kunden. Unter denjenigen mit mehr als 3000 Euro Nettoeinkommen ist der Anteil geringfügig höher als unter denjenigen mit weniger Einkommen.

Die iPhone-Kundschaft ist hingegen viel stärker gespalten. Ein Fünftel der Gutverdiener hat eines, aber nur jeder Sechzehnte mit niedrigen Einkommen. Das Interesse dieser Verbraucher könnte geweckt werden, wenn iPhones plötzlich im Discounter auftauchen. Selbst wenn sie sich wegen des nicht überragenden Preises (knapp 300 Euro verlangte Hofer für das iPhone 5C mit 8GB) dann doch gegen den Kauf entscheiden, hat ein Apple-Produkt auf dem Grabbeltisch ihre Aufmerksamkeit gewonnen.

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Apple und dem iPhone wird von deutschen Verbrauchern ein negatives Preis-Leistungs-Verhältnis bescheinigt – auch dieser Eindruck könnte sich durch iPhones im Discounter ändern. Aldi bietet laut BrandIndex das mit Abstand beste Preis-Leistungs-Verhältnis im gesamten Einzelhandel.

Für Apple dürfte die Aktion bei Hofer also mehr sein als nur eine Gelegenheit, ein Auslaufmodell zu verramschen. Die Idee hinter dem iPhone 5C war es, damit neue Zielgruppen zu erschließen. Große Veränderungen beim Kaufinteresse für iPhones zeigten sich bei Verbrauchern mit niedrigem und mittlerem Einkommen in den vergangenen zwei Jahren aber nicht. Der Schritt aus den Apple Stores heraus auf die Verbraucher zu könnte das ändern.

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