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Buchhandel E-Book-Verlag bricht mit Konventionen

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Ein guter Publikumsverlag

Kuckertz Quelle: Pressebild

Für Dotbooks bricht Kuckertz mit einigen der üblichen Geschäftspraktiken der Verlagsbranche. So zahlt Dotbooks etwa keine Vorschüsse an seine Autoren, die stattdessen mit einem höheren Prozentsatz als üblich am Verkaufserlös ihrer Titel beteiligt werden. Einige Agenten, die gegen eine Beteiligung im Auftrag von Autoren nach Verlagen fahnden, hätten abgewunken, als sie von den Dotbooks-Konditionen hörten. Doch Kuckertz bleibt hart: „Über diesen Grundsatz verhandeln wir nicht“.

Doch Sorgen um Literatur-Nachschub hat Kuckertz dennoch nicht: Jeden Monat sollen im Schnitt gut zwölf neue Titel hinzukommen. Insgesamt habe sie bereits gut 150 Verträge über neue Bücher abgeschlossen, die sowohl über die Homepage des Verlags als auch über alle gängigen Verkaufsplattformen wie Amazon, Libri oder dem iBook-Store verkauft werden. Damit sich der Verlag rentiert, der zum Start maßgeblich von einem nicht genannten privaten Investor finanziert wird, sollte sich jeder Titel möglichst fünfstellig verkaufen, sagt die Verlegerin.

Mehr als Self-publishing

Neben der höheren Erfolgsbeteiligung bietet Kuckertz ihren Autoren die Leistungen eines klassischen Publikumsverlages wie Arbeit am Programm und ein professionelles Lektorat. An Land gezogen hat sie sich dafür mit dem früheren Droemer Knaur-Lektor und Programmleiter Timothy Sonderhüsken einen weiteren erfahrenen Profi. Der 41-Jährige ist bei Dotbooks für das Programm verantwortlich, das von allgemeiner Belletristik bis Kinderbuch, von Krimi bis Erotik reicht. Hinzu kommt ein Sachbuchprogramm mit Ratgebern und auch Spaßbüchern: „Das Angebot wird dem eines guten Publikumverlages entsprechen“, sagt Kuckertz, die die Möglichkeiten des E-Books etwa auch dafür nutzen will, auch kurze Texte von 30, 40 Seiten zu veröffentlichen, bei entsprechenden Preisen. Möglich sind bei Dotbooks dagegen neben herkömmlichen Romanen auch Fortsetzungsgeschichten, von denen dann Häppchenweise neue Kapitel erscheinen sollen.

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Nicht im Programm stehen dagegen Titel mit Multimedia-Elementen wie eingebauten Videos oder Sound-Schnipseln: „Dotbooks verlegt keine enhanced E-Books.“ Allzu modern mag es die erfahrene Verlagsfrau dann doch nicht. Die Manuskriptbearbeitung ist old school, einzig der Vertrieb digital und papierlos. Hier setzt sie sich ab von Self-publishing-Verlagen, die wie Ableger von Amazon oder deutschen Verlagshäusern eingereichte Manuskripte nicht von Profis bearbeiten lassen.

Ganz schwört die Bücherfrau dem bedruckten Papier indes nicht ab. Leser, die gern weiterhin Gedrucktes bevorzugen, haben die Möglichkeit, Titel auch per Print-on-Demand zu bestellen.

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