Bundeskartellamt Fusion von Edeka und Tengelmann in Gefahr

Das Bundeskartellamt will die Supermarkt-Fusion nach aktuellem Stand untersagen. Tengelmann und Edeka können die Fusion nur retten, wenn sie Zugeständnisse machen. Im März soll es ein abschließendes Urteil geben.

Edeka und Tengelmann wollen fusionieren. Quelle: dpa

Der geplante Verkauf der Kaisers's Tengelmann-Supermärkte an den Konkurrenten Edeka droht am Widerstand des Bundeskartellamts zu scheitern. Die Kartellwächter machten am Dienstag deutlich, dass sie die Pläne nach derzeitigem Stand untersagen wollen und mahnten sie vor dem Hintergrund wettbewerbsrechtlicher Bedenken ab.

Nur durch umfassende Zugeständnisse - etwa den Verkauf von Märkten an Wettbewerber - werden die beiden Ketten ihre Fusionspläne noch retten können. Eine Tengelmann-Sprecherin sagte, der Konzern habe ein Schreiben mit den Bedenken des Kartellamts erhalten und prüfe dies jetzt. Edeka wollte sich nicht äußern.

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Vor allem in Metropolen wie Berlin oder München und einzelnen größeren Städten in Nordrhein-Westfalen werde der Wettbewerb durch einen Zusammenschluss der beiden Supermarkt-Ketten weiter eingeschränkt, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt. Es bestehe die Gefahr, dass in vielen regionalen Märkten nach dem Verkauf der Kaiser's und Tengelmann-Märkte künftig mit Edeka und Rewe nur noch zwei Nahversorger verbleiben würden.

Dabei könne Edeka mit der Übernahme in einzelnen Regionen - wie München oder Berlin - seinen Marktanteil weiter ausbauen. Dieser könnte "im Regelfall" sogar "weit über zehn Prozent" steigen.

Auch im Einkauf von Waren werde der Wettbewerb durch die Übernahmepläne erheblich eingeschränkt. Hier würden die großen Supermarktketten ihre Stellung weiter ausbauen, den Herstellern würde eine "bedeutende Absatzalternative wegbrechen". Edeka und Tengelmann haben nun bis zum 26. Februar Zeit, die Bedenken des Kartellamts auszuräumen. Bis zum 06. März wollen die Wettbewerber dann nach derzeitigem Stand eine Entscheidung fällen.

Edeka will die Supermärkte von Tengelmann übernehmen. Der Verkauf der Kette mit rund 16.000 Mitarbeitern und 451 Filialen soll bis Ende Juni 2015 über die Bühne gehen, kündigten beide Konzern im vergangenen Jahr an. Das Kartellamt leitete bereits eine umfassende Prüfung der Pläne ein. Die Behörde mahnte beide Konzerne zudem öffentlich, nicht bereits vor einem Ende der kartellrechtlichen Prüfung mit dem Umsetzen der Fusionspläne zu beginnen.

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Das Bundeskartellamt nahm Übernahmen auf dem Einzelhandelsmarkt in den vergangenen Jahren genau unter die Lupe. Zuletzt warnte es die großen Konzerne vor einem Ausbau ihrer Marktmacht. Edeka, Rewe, Aldi sowie die Schwarz-Gruppe mit den Lidl-Märkten und Kaufland stünden bereits für rund 85 Prozent des Marktes, hatte Kartellamtschef Mundt erklärt.

Die Konzerne hätten gegenüber kleinen Konkurrenten deutliche Vorteile beim Einkauf - große Verbünde können die Preise drücken. Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub hatte das Kartellamt seinerseits ausdrücklich vor einem Verbot der Fusionspläne gewarnt. Gelinge der Verkauf nicht, könnte dies das Aus für die Supermärkte des Konzerns bedeuten.

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